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Regional Familiengeschichte neu belebt
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18:31 21.07.2011
Sohn eines berühmten Vaters: Ravi Coltrane.
Sohn eines berühmten Vaters: Ravi Coltrane. Quelle: Abbott
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Bei dem Quartett fällt die tiefe Harmonie zwischen den Künstlern und ihren musikalischen Charakteren besonders in Auge. Gelassen und technisch fein ausgearbeitet präsentieren sie ihre Stücke in einer klassisch eleganten Atmosphäre, nicht aber ohne ihnen immer einen Hauch frischer Moderne mitzugeben.

Das Repertoire des „Ravi Coltrane Quartets“ scheint ausgesprochen umfangreich zu sein, denn immer mal wieder blätterte Coltrane in seinen Notennotizen, um sich mit seinen Ensemblekollegen kurzfristig über das nächste Stück zu verständigen. Im Quartett spielen mit ihm Luis Perdomo am Piano, Drew Gress am Bass und am Schlagzeug E. J. Strickland. Sie schaffen es, einen besonders weichen und umschmeichelnden Grundton in ihre Stücke zu zaubern, dem vor allem Coltrane am Saxofon immer wieder dezente aber fantasievolle Ranken verschafft.

Bei einem scheinbar übermächtigen Vater wie John Coltrane musste Sohn Ravi sicher bei seinem eigenen Start als Musiker sich und dem Publikum mehr als andere seine Eigenständigkeit und sein Können beweisen. Ganz offensichtlich ist ihm das so überzeugend gelungen, dass er mit seiner Familiengeschichte beim Konzert in Kassel äußerst entspannt umging. Da fanden sich dann auch Stücke wie eine Widmung Charlie Hadens an Ravis Mutter – ebenfalls Musikerin – oder eine Interpretation von John Coltranes „Satellite“. In Stücken wie diesen vermischten sich die musikalischen Ideen der Elterngeneration mit dem heutigen Empfinden des Sohns zu absolut hörenswerten Stücken und einem kurzweiligen Konzert.

Von Isabel Trzeciok