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Regional Hornist Felix Klieser präsentiert neues Album
Nachrichten Kultur Regional Hornist Felix Klieser präsentiert neues Album
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16:41 16.03.2019
Felix Klieser spricht über Mozarts Hornkonzerte. Quelle: Udo Hinz
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Göttingen

Felix Klieser stellte in der ausverkauften Evangelisch-reformierten Kirche sein Programm mit Hornkonzerten von Wolfgang Amadeus Mozart vor. Diese gehören zum Standard-Repertoire für Hornisten – umso höher liegt die Messlatte bei dieser Neuinterpretation.

Klieser betritt die Kirche gemeinsam mit dem jungen Vigato Streichquartett. Der 28-Jährige beginnt mit Mozarts erstem Hornkonzert KV 417 aus dem Jahr 1783. In der guten Akustik dieser Kirche hört man sofort: Dieser Solist schöpft aus seiner Souveränität mit der er das Horn beherrscht. Er kann sich komplett auf die musikalische Auslegung des Werkes konzentrieren. Beschwingt steigt er ins Allegro des ersten Satzes ein, im ruhigen Andante glänzt er mit emotionaler Tiefe und gibt dem abschließenden Rondo seinen kraftvollen Jagdhorn-Charakter.

Hornist Felix Klieser Quelle: Maike Helbig

Charmant ist die Polarität zwischen Horn und Streichquartett: Auf der einen Seite der selbstbewusst-metallische, mystische und samtig-warme Klang des Horns. Ihm gegenüber steht das zarte und präzise Zusammenspiel der vier Streicher, die bei diesen für Streichquartett bearbeiteten Konzerten allerdings wenig solistischen Freiraum erhalten. Hier treffen zwei Welten aufeinander, die sich klanglich klar abgrenzen und so gut wahrnehmbar sind.

Im anschließenden Hornkonzert KV 447 aus dem Jahr 1787 ist die Ausdrucksstärke Kliesers zu erleben. Mit Leichtigkeit schafft er den Balanceakt zwischen expressivem Spiel, das den rauen Blech-Charakter des Horns ausreizt, und einer verinnerlichten Emotion mit warmer Klangfärbung. Seine virtuose Klangmodulation hat ein händisches „Stopfen“ nicht nötig. Klieser, der ohne Arme geboren wurde, bedient die Ventile an seinem Horn mit den Zehen des linken Fußes. Die Ausdrucksvielfalt steigert er durch eine beeindruckende Dynamik des Spiels. Wer will, kann dies Perfektion des Hornspiels nennen!

Ungeahnte Leuchtkraft

Klieser moderiert die Werke an. Er erzählt Anekdoten von Mozart und dem Hornisten Joseph Leutgeb, für den er die Konzerte geschrieben hat. Da diese recht kurz sind, spielt der Hornist das Programm ohne Pause durch. Er beschließt den Abend mit Mozarts 2. Hornkonzert KV 495 aus dem Jahr 1786.

Das war dramaturgisch gut gewählt: Sowohl kompositorisch wie auch von der Interpretation ist dieses Werk der Höhepunkt des Konzert. Das markante und von Leichtigkeit durchdrungene Thema beim Allegro beflügelt alle fünf Musiker. Gemeinsam scheinen sie hier in eine andere Bewusstseinsebene vorzustoßen und geben den drei Sätzen des Werkes eine ungeahnte Leuchtkraft.

Mozarts Konzerten eigene Note verliehen

Der stürmische Applaus und die glücklichen Gesichter im Publikum zeigten: Klieser war in seiner künstlerischen Entwicklung reif, jetzt Mozarts Hornkonzerte zu interpretieren, ihnen eine eigene Note zu verleihen und sie schließlich als Album einzuspielen. Vielleicht schuf er sogar den neuen Standard für diese Werke. Wer das Konzert verpasst hat, kann die Musik ab sofort auf Tonträger genießen: Am 1. März erschien das neue Album von Felix Klieser und der Camerata Salzburg mit Mozarts vier Hornkonzerten – das gab dem Göttinger Konzert eine besondere Aktualität.

Das neue Album: Felix Klieser: Wolfgang Amadeus Mozart Hornkonzerte 1-4, Berlin Classics

Von Udo Hinz

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