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Regional Festival „Neue Heimat“ im Deutschen Theater
Nachrichten Kultur Regional Festival „Neue Heimat“ im Deutschen Theater
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00:17 20.10.2013
Im Jahr 2009 in Berlin gegründet: Der Quan Ho Chor singt vietnamesische Heimatlieder. Quelle: Pritzkuleit
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Göttingen

Beim Themenwochenende soll das „Wissen über Kultur verbessert und erarbeitet werden“, sagt Renate Kornhardt, Mitarbeiterin des Büros für Integration. Das Deutsche Theater hat das Thema ins Gespräch gebracht.

Der Landschaftsverband Südniedersachsen, kommunaler Verband für Kulturförderung, unterstützt das Projekt mit 5000 Euro.

Das Programm des Festivals ist vielfältig. Am Freitag um 18.30 Uhr wird im DT-Studio das Stück „Verrücktes Blut“ gespielt. Das von Nurkan Erpulat und Jens Hillje verfasste Stück, welches theatralisch zentrale Aspekte des Integrationsprozesses thematisiert, handelt von einer jungen Lehrerin, die erst durch eine geladene Waffe die Machtverteilung in ihrer Klasse klarstellen kann.

„Heimatabend – Heimatlieder aus Deutschland

Um 20.30 Uhr beginnt das Konzert „Heimatabend – Heimatlieder aus Deutschland“. Das Projekt wurde von Jochen Kühling, Leiter des Berliner Musiklabels „Run United“, und Mark Terkessidis, Journalist und Migrationsforscher, initiiert. Unter der Vorgabe, Heimatlieder neu zu entdecken, begaben sich Kühling und Terkessidis 2012 auf die Suche nach Migranten, die Lieder aus ihrer Heimat spielen sollten.

17 Bands und Chöre hörten sie sich an und nahmen mit 13 von ihnen ein Studioalbum auf. Sechs Formationen präsentieren nun ihre Heimatlieder beim Festival in Göttingen. Unter ihnen befindet sich der Quan Ho Chor aus Vietnam, der in traditionellen Kleidern die poetischen Texte der Heimat präsentiert.

Klapa Berlin ist ein kroatischer Männerchor, dessen kraftvolle Stimmen nur noch von dem unter die Haut gehenden Gesang der Serbinnen Sandra Stupar und Dusica Gačić übertroffen werde, sagt Kühling. Neben weiteren Gästen aus Berlin wird der internationale KAZ-Chor türkische, griechische und griechisch-türkische Lieder singen.

„Hasenland“ und „Willkommen“

Am Sonnabend folgen nach weiteren Theaterstücken im Studio („Hasenland“ und „Willkommen“) um 15 Uhr der Workshop „Kultur für alle – Kultur mit allen“ und um 17 Uhr die Präsentation „Frontiers“ im Keller des DT.

 Um 20 Uhr  beginnt im Großen Haus das Tanzgastspiel des „Steptext Dance Project“ aus Bremen. Die Choreografien „The House that never walked“ vom Kenianer Opiyo Okach und „Homescapes“ vom Österreicher Helge Letonja werden unter Beteiligung beider und mit neun weiteren Tänzern aus Westafrika und Europa aufgeführt. 

Abschuss des Festivals, am Sonntag um 11 Uhr, wird die Podiumsdiskussion „Kultur der Kulturen“ sein. Über den Wandel der Theaterpraxis durch Kulturen diskutieren Jochen Kühling, die Autorin und Regisseurin Simone Dede Ayvivi, die Leiterin des Frankfurter Theaters „Theaterperipherie“ Ute Bansemir und Detlef Lehmbruck, Vertreter des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.

Zudem wird von Freitag, 1., bis Sonnabend 16. November im Glasfoyer des Deutschen Theaters die Ausstellung „Movements of Migration“ präsentiert. Die Ergebnisse des eineinhalbjährigen Projekts Göttinger Studenten zeigen in einzelnen Installationen und Filmen die Geschichte der Migration in Göttingen. 

Karten für das Festival im Deutschen Theater, Theaterplatz 11, gibt es unter Telefon 05 51 / 49 69 11.

Von Christian Köpps