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Regional Festkonzert zum 5-jährigen Bestehenden des Konfizius-Instituts
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13:00 10.10.2019
Das Nanjing University Traditional Instruments Orchestra. Quelle: r
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Göttingen

Die Moral sei der Ursprung des menschlichen Charakters und die Musik die Blüte dieser Moral. Mit diesen Worten über die traditionelle Rolle der Musik in China eröffnete Prof. Andreas Guder, Direktor des Akademischen Konfuzius-Instituts Göttingen, das Festkonzert zum 5-jährigen Jubiläum dieser Institution am Mittwoch im Jungen Theater. Anliegen des Instituts sei die Vermittlung von Wissen über China und so solle dieser Abend einen Einblick in die chinesische Musik bieten. Angereist war dafür das Nanjing University Traditional Instruments Orchestra. Das Publikumsinteresse war groß: Der Saal des Jungen Theater war ausverkauft.

Majestätisch, poetisch und erhebend

Das Orchester aus Göttingens Partnerstadt Nanjingbesteht seit 1996. Es setzt sich zusammen aus Studierenden der Universität und gab weltweit schon an mehr als 80 Konfuzius-Instituten. Das Konzert begann passend zum Anlass mit einer Festtagsmusik – majestätisch, poetisch und erhebend. Das Ensemble mit mehr als 20 Musikern unter dem Dirigat von Prof. Zhang Jingbo und der Leitung der Konzertmeisterin Yuan Siyi war mit traditionellen chinesischen Instrumenten besetzt, darunter das Zupfinstrument Pipa, das Streichinstrument Erhu, diw Zither Guzheng, die Bambusflöte, die chinesischen Oboe Suona und das chinesische Hackbrett-Yangqin. Ergänzt wurde diese Instrumentierung durch wenige europäische Instrumente wie Cello, Kontrabass und Perkussion.

Homogener Ensembleklang

Dabei sind die Musiker in Gruppen angeordnet, die mit einem europäischen Orchester vergleichbar sind: links die vereinten Streichinstrumente, rechts die Zupfinstrumente und in der Mitte die Flötisten und Perkussionisten. Das Ergebnis: ein homogener Ensembleklang, eine wundervolle Vielfalt an lyrischen Klangfarben, aus denen immer wieder Instrumente solistisch herausblitzen – zart und farbenfroh wie Blüten. Das Orchester glänzte durch perfektes Unisono-Spiel der einzelnen Instrumentengruppen, großartige solistische Beiträge wie das Flötensolo von Wang Yunfan oder der charmante Gesang von Liu Jing. Hinzu kamen schwungvolle, gelegentlich fast swingend leichte Rhythmen.

Faszinierend an den gespielten Werken ist, dass sie Geschichten erzählen und Landschaften beschreiben. Eindrucksvoll stellte das Ensemble musikalisch ein Pferderennen dar – man hörte sogar die galoppierenden Hufe der Tiere. Ein anderer Titel malte mit Klangfarben die erhebende Atmosphäre des Frühlingsanfangs an einem Fluss.

Glockenähnlicher weicher Ton

Die traditionelle Musik Chinas ist besonders durch solistische Darbietungen und kleine Ensembles geprägt. So stellte Zhang Quianya das chinesische Hackbrett mit seinem glockenähnlichen weichen Ton im Duo mit dem Streichinstrument Erhu vor. Besonders poetisch war ein Quintett aus fünf Instrumentalisten, das zeigte wie komplex verflochten chinesische Kompositionen sind und wie kunstvoll das hochkonzentrierte Zusammenspiel der Musiker ist. Beeindruckend waren die wunderschönen Verzierungen, mit denen die Musiker die Töne ausschmückten und sie so ganz individuell formten.

Gerade die solistischen Beiträge zeigten eindrucksvoll die besondere Ästhetik der chinesischen Musik: So schlug Gao Fangruos bei ihrem virtuosen Spiel auf der Pipa auch mal schroff die Saiten an, um die Dramatik des Werkes zu steigern. Das Solospiel von Qin Ling auf der Suona wirkte von der Lautstärke her sehr eindringlich und verstärkte gerade dadurch den großen emotionalen Ausdruck des Musikers.

Zeichen der Freundschaft zu Göttingen

Die chinesische Mentalität ist durch Höflichkeit geprägt. Als Zeichen der Freundschaft zu Göttingen spielte das Ensemble auch Werke deutscher Komponisten: „Für Elise“ von Beethoven, „Die Forelle“ von Franz Schubert und das berühmte „Wiegenlied“ von Johannes Brahms. Das Verblüffende: Die Klangfarben der chinesischen Instrumente und die Phrasierungen der Musiker gaben diesen bekannten Werken eine ganz neue Poesie.

Von Udo Hinz

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