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Regional Figurentheatertage: Vorverkauf startet
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19:00 27.11.2019
Vor dem Start des Vorverkaufs: Rosi Brauns (Förderverein), Festivalchefin Stephanie Wedekind und Ruth Brockhausen vom Theater der Nacht. Quelle: Peter Krüger-Lenz
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Göttingen

Zwei Hühner blocken ins Programmheft, zwischen dem Federvieh rekelt sich ein Löwe. Mit glühenden Augen schaut das Krokodil über den Tisch. Ruth Brockhausen hat Akteure des Theaters der Nacht in Northeim mitgebracht zur Pressekonferenz der 35. Göttinger Theatertage. Während die Tiere dem Ganzen unaufgeregt folgen, stellt Festivalchefin Stephanie Wedekind das Programm vor.

Mit einem Glanzlicht startete Wedekind in ihre Präsentation: „Auf vielfachen Wunsch kommt endlich wieder Familie Flöz.“ Gleich am Auftaktwochenende präsentiert die Truppe aus Berlin ihr Programm „Teatro Delusio“, das Theater zeigt – von der Hinterbühne aus gesehen.

Geschätzte zwei Dutzend Figuren bevölkern im Laufe des Abends die Bühne. Ein Orchester tritt auf, ein komplettes Ballett, ein Schauspielensemble, die Theaterleitung und natürlich die Bühnentechniker nicht zu vergessen – alles gespielt von drei Männern mit Masken. Bereits 2013 hat das Trio diese Produktion bei den Figurentheatertagen gezeigt, das Publikum applaudierte anschließend heftig und begeistert. Diesmal tritt Familie Flöz am Sonntag, 9. Februar, um 19.45 Uhr im Deutschen Theater (DT), Theaterplatz 11, auf.

Umzug mit Masken und Getrommel

Damit möglichst viele Göttinger auf das Festival aufmerksam werden, zeigt am Sonnabend, 8. Februar um 12 Uhr ein Maskenumzug vom Neuen zum Alten Rathaus. Eine Stunde lang wollen die Masken vom Theater der Nacht, begleitet von der Percussiongruppe Sambatida die Menschen in der Göttinger Fußgängerzone unterhalten.

Drei Theater sind im Programm vertreten, die den regelmäßigen Festivalbesuchern bekannt sein dürften. Das Figurentheater Marc Schnittger zeigt „Handlungen – Best of 2020“, eine Ansammlung von Kurzdramen (Sonnabend, 8. Februar, 20 Uhr, Altes Rathaus). Raffael Mürle, der 2016 mit „Bilder einer Ausstellung“ für Furore sorgte, stellt diesmal „Nix perfekt – Der Charme des Makels“ vor (Sonntag, 16. Februar, 20 Uhr, Altes Rathaus). Tristan Vogt von „Thalias Kompagnons“ aus Nürnberg schließlich, 2013 mit „Macbeth für Anfänger“ zu Gast, präsentiert „Kasper in Teufels Küche“ (Freitag, 21 Februar, 20 Uhr, Altes Rathaus).

Ein Schwerpunkt, der sich eher zufällig ergeben habe, seien Programme mit Livemusik, sagte Wedekind. Mit Violoncello und Bandoneon tritt die Bühne Cipolla aus Bremen mit der „Schachnovelle“ auf, gerade erst als erstes Figurentheater in der Elbphilharmonie zu Gast (Sonnabend, 15. Februar, 20 Uhr, Musa). Das Theater der Nacht präsentiert sein Stück „Karneval der Tiere“ – gemeinsam mit dem Göttinger Symphonie-Orchester (Sonntag, 9. Februar, 11.30 und 16 Uhr, Freie Waldorfschule Göttingen).

Figurentheater für alle bietet Christoph Buchfink mit dem „Theater für Einzelgänger“ bei Betten Heller, Kornmarkt 8, an. Dreieinhalb Stunde lang spielt er das Mikro-Drama „Komplettschaden“ – immer nur für einen Zuschauer, dafür aber auch recht kurz (Sonnabend, 8. Februar, ab 10 Uhr).

Ebenfalls für Figurentheater-Einsteiger ist die Produktion „Die Kartoffelkomödie“ des Krokodil-Theaters Tecklenburg im Modegeschäft Woggon am Wilhelmsplatz gedacht. Im Anschluss an die Vorstellung gibt es Getränke und Kartoffelsnacks, hergestellt aus den Akteuren der Show (Sonnabend, 15. Februar, 18 Uhr).

Ticketverkäufe und Sponsoren

Das Budget des Festivals beträgt laut Wedekind etwa 50000 Euro. 75 Prozent davon würden durch Ticketverkäufe eingespielt. Sponsoren wie die Volksbank und das GDA-Wohnstift Göttingen tragen zum Gelingen bei. Bei teuren Großveranstaltungen wie die dem Gastspiel der Familie Flöz und dem Auftritt internationaler Gruppen wie dem Sofie Krog Teater aus Dänemark fördert das Nationale Performance Netz.

Kaum denkbar ist das Festival auch ohne den Einsatz der Fördervereinsmitglieder, die nicht nur ihren Beitrag zahlen, sondern auch mit organisieren. Mehr als 80 Mitglieder hat der Verein derzeit. „Wir wollen diesmal die 100 knacken“, sagt die Vorsitzende Rosi Brauns.

Es sollte „ein vielfältiges Programm werden, das das komplette Genre abdeckt“, erklärt Wedekind. Danach sieht es aus.

Tickets gibt es in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Wiesenstraße 1 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

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Von Peter Krüger-Lenz

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