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Regional Künstlern ist Geld weniger wichtig
Nachrichten Kultur Regional Künstlern ist Geld weniger wichtig
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00:22 18.08.2018
Der Psychiater und Neurowissenschaftler Dr. Roberto Goya-Maldonado hat die Bedeutung der monetären Reize für Künstler untersucht. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Die meisten Künstler, zeigen Statistiken, erhalten für ihre Tätigkeit einen ausgesprochen niedrigen materiellen Gegenwert in Form von Geld. Die in der Gesellschaft weit verbreitete Vorstellung: Trotz dieser prekären Ökonomie ihrer künstlerischen Existenz opfern sie aus freiem Willen und eigener Entscheidung den monetären Ausgleich für die höhere Belohnung der kreativen Freiheit. Aber stimmt das?

„Daher waren wir daran interessiert zu sehen, wie ihre Gehirne auf die Annahme und Ablehnung von finanziellen Belohnungen reagieren würden“, sagt Dr. Roberto Goya-Maldonado, Leiter des Lehrstuhls für Neurowissenschaften und Bildgebung im Psychiatrie-Labor des Universitätsklinikums Göttingen. Mit seinem Forschungsteam hat er nach Aktivitäten in den Teilen des Gehirns, die auf Dopamin reagieren, gesucht – der Neurotransmitter im menschlichen Gehirn, die der Volksmund als Glückshormon bezeichnet. Tatsächlich wirkt Dopamin antriebssteigernd und motivierend.

Weniger Dopamin bei Künstlern

Um mögliche Unterschiede in der Gehirnaktivität in Personen zu identifizieren, die häufiger künstlerischen Tätigkeiten nachgehen, bildete Dr. Goya-Maldonado zwei Gruppen von Versuchskandidaten – Künstler wie Schauspieler, Maler, Bildhauer, Musiker oder Fotografen auf der einen Seite, Nicht-Künstler wie einen Ingenieur, einen Versicherungsvertreter, einen Zahnarzt und einen Betriebswirt auf der anderen, von denen keiner als sonderlich kreativ eingestuft wurde.

Beide Gruppen wurden einer identischen Versuchsanordnung unterworfen: Jeder Teilnehmer lernte vor dem eigentlichen Experiment, dass bestimmte Farben mit einer monetären Belohnung assoziiert waren. Im Experiment selbst wurden ihnen dann verschiedenfarbige Quadrate gezeigt, von denen sie in jeder Runde bestimmte Zielfarben auswählen und die anderen per Knopfdruck ablehnen sollten. Korrekte Runden wurden am Ende finanziell vergütet. Zusätzlich wurden die zuvor gelernten Bonusfarben gezeigt, in manchen Runden durften die Probanden diese annehmen und in anderen mussten sie die Bonusfarben ablehnen. Bei korrekter Annahme bekamen sie eine zusätzliche finanzielle Belohnung. Während des Versuchsablaufs zeichneten die Forscher die Gehirnaktivität der Teilnehmer mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) in denjenigen Teilen des Gehirns auf, die durch Dopamin aktiviert werden. Dabei fanden sie heraus, dass Künstler im Vergleich zu Nichtkünstlern eine deutlich reduzierte Aktivierung im ventralen Striatum, einem Teil des Belohnungssystems des Gehirns, aufwiesen, wenn sie die mit Geld assoziierten Bonusfarben auswählten.

Geringere Reaktion auf Geld

Doch damit nicht genug: Die Forscher zeigen in einer anderen Bedingung der Aufgabe, dass die Region im präfrontalen Kortex, welche die Impulse der Annahme von Geld unterdrückt, bei Künstlern aktiver war als bei Nicht-Künstlern. Die Schlussfolgerung des Göttinger Forschungsteams um Goya-Maldonado: „Zusammenfassend zeigen unsere Ergebnisse“, so schreiben die Forscher, „dass die Dopamin-Belohnungssysteme von Künstlern unterschiedliche neuronale Merkmale aufweisen, die weniger auf die Akzeptanz finanzieller Belohnungen reagieren.” Allerdings: Der Aussagewert der Göttinger Studie ist begrenzt – unter anderem, weil die Zahl der Probanden ziemlich klein war. Beide Gruppen umfassten nur je zwölf Personen.

Veröffentlicht hat das Forscherteam seine Studie im britischen Creativity Research Journal – einer Zeitschrift, die Beiträge dem Peer-Review-Verfahren zur Qualitätssicherung unterwirft.

Von Matthias Heinzel

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