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Regional „Full Metal Mensa“: Knapp 1000 Fans feiern sechs Bands
Nachrichten Kultur Regional „Full Metal Mensa“: Knapp 1000 Fans feiern sechs Bands
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20:09 18.11.2019
Heavy Metal-Festival im Foyer der Zentral-Mensa: Chris Boltendahl und Axel Ritt von "Grave Digger" Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Friede, Freude, Metal: Freunde der brachialen Klänge haben am Sonnabend die “Full-Metal-Mensa” zum Beben gebracht. Knapp 1000 Fans feierten sechs Bands der unterschiedlichen Metal-Genres. Eins sind sie alle: laut, schnell und energiegeladen.

Die große, schwarze Metal-Familie

Die Farbe des Abends: natürlich schwarz. Fast jeder hier trägt ein Band-T-Shirt, Tattoos und manchmal eine Kutte darüber. Wer kann, hat die Haare lang. Metal ist mehr als nur Musik, Metal verbindet. Frauen, Männer, Studenten, Senioren. Das Publikum ist extrem gemischt, entspannt und freundlich. Oder, wie der Sänger von „One More Word" auf der Bühne sagt: „Ihr seid heute dabei, weil Metal immer mehr eine Familie wird.” Dass was Frontmann Julian „Jugy“ Altemeier auf der Bühne abliefert, ist pure Energie, die sich schnell auf das Publikum überträgt. „Modern Metal” aus Hamburg, in die Mensa geschleudert von der vergleichsweise jungen Band, gegründet 2016. Modern Metal oder Metalcore? David Lee „Dave“ Prüß, Hendrik „Henne" Schmidt, Bassist Wolfram „Wolle“ Seiffert und Drummer Alexander „Alex“ Pinnecke geben Vollgas. “Eins, zwei, drei, vier”, der alte Hardcore-Schlachtruf halt durch das Foyer der Mensa, die Hände gehen hoch, Circle-Pit und Crowdsurfing inklusive. Die Göttinger Metaller lieben die „Underdogs“ – wie Altemeier selber über seine Band sagt.

1000 Fans und sechs Metal-Bands

„Es ist doch großartig, dass es solch ein Festival hier gibt”, sagt Stephan Cioma. Er ist mit Freundin Karen in die Metal-Mensa gekommen. „Im vergangenen Jahr haben mir die Bands aber etwas besser gefallen”, sagt der Berliner, der im Eichsfeld lebt und selber in einer Metal-Band gespielt hat. Als großer Iron-Maiden-Fan allerdings freut er sich über die alten Recken von “Grave Digger”, dem Top-Act des Abends. Eröffnet wurde das Festival, das das Kulturbüro des Studentenwerks gemeinsam mit dem Rockbüro Göttingen organisiert, von den beiden Göttinger Bands Stoned God und Architects of Aeon. Burdon of Grief aus Kassel folgten. Das Programm zeigte einige der vielen Facetten, die Metal-Musik heute hat. Melodic-Death Metal, Progressive Deathmetal, Death-Doom-Black oder, wie der Top-Act Grave Digger, einfach Heavy Metal. „Die vielen Schubladen gibt es seit einigen Jahren, ich halte da nicht so viel von“, sagt Cioma. Was zählt, ist eins, Metal.

Bevor Grave Digger die Bühne begraben, gibt es noch die Jungs von „Kambrium” zu hören und zu sehen. Optisch sind die Herren im langen schwarzen Gewand, mit Fellweste und schwarzer Fantasy-Kriegsbemalung genauso eine krasse Erscheinung wie ihr, leider etwas schrammelig abgemischter, Melodic Death Metal. Eine Band wie aus einem Epos – nicht wie aus Helmstedt. Die Jungs aus dem Paläozoikum singen wunderbar mehrstimmig und setzten Keyboards ein. Den verspielten Passagen gegenüber stehen die Growls und der kehlige Gesang von Sänger Martin Simon. Kambrium brüllen „Taken by the Storms“ und die Haare wehen im Wind. „Habt Ihr Bock“, fragen die Musiker. „Hey, hey, hey“, und die Fans gehen steil. Kambrium peitschen durchs Programm, für Stagediving bleibt trotzdem Zeit.

Zurück in die 80er mit Grave Digger

Und dann kommen die Totengräber, „Grave Digger“. Auftritt mit Zombiemaske, die schnell abgelegt wird. 1980 hat Sänger Chris Boltendahl die Band gegründet, sie kommen aus Gladbeck. Boltendahl ist noch immer der Frontmann, die Besetzung der Band hat vielfach gewechselt in den vergangenen fast 40 Jahren. Der Mann mit langer grauer Matte steht in engen Lederhosen auf der Mensa-Bühne. Er weiß wie es geht – nämlich immer nach vorne. Am Rand der Bühne, mit der Hand und natürlich mit purem, reinen Old-School-Heavy-Metal. So wie die Musik schon in den 80ern klang. Zurück in die Anfangszeit des Genres, optisch und musikalisch. „Studiert Ihr““, will der Frontmann von seinen Fans wissen. Einige Hände gehen hoch. „Psychologie im 18. Semester, ich sehe viele älterer Gesichter“, sagt Boltendahl und ab geht die Gitarre von Axel Ritt. Er trägt Lederweste auf nackter Haut. Musikalisch routiniert lassen es die Senioren krachen und die Metal-Familie feiert ihre Musik.

Von Britta Bielefeld

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