Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Fundus-Verkauf im Deutschenj Theater Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Fundus-Verkauf im Deutschenj Theater Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:13 22.07.2014
Von Angela Brünjes
Federschmuck aus dem Theaterfundus: In der Kostümkammer sind außergewöhnliche Outfits der Renner der Anproben. Quelle: Heller
Anzeige
Göttingen

Viele kamen ins Lager am Hagenweg, um Außergewöhnliches oder Nützliches zu ergattern. „(Fast) Alles muss raus!“ – verkauft wurde zugunsten der Göttinger Kultureinrichtungen.

Die Waage schlägt nicht aus, viel zu leicht sind die zarten Handschuhe aus luftiger Spitze für die Kofferwaage. Tobias Wolff, geschäftsführender Intendant der Händel-Festspiele, kann aber noch  eine Bluse dazu hängen und hat immer noch kein Kilo voll. Zwei Euro werden es bei dieser Kundin nicht.

Anzeige

„Es ist einfach schön, hier so viele Modestile zu finden. Und dann gibt es echt schicke Abendgarderobe oder Pelze zum Kilopreis“, schwärmt Studentin Merle Beck. Ihre Freundin denkt gerade darüber nach, ob sie für sieben Euro ein großformatiges Foto einer Händel-Inszenierung erstehen sollte.

Alles zum Kilopreis

Auch Ruderboote, ein mannshoher goldener Elefant oder ein Windhund aus Pappmaché sind im Angebot. Und in der Abteilung Oberbekleidung, Schuhe und Accessoires ist ebenso alltagstaugliche Mode zu finden wie mondäne Roben oder rustikale Janker. Alles zum Kilopreis.

Zwei junge Männer bringen Sakkos und Anzüge zum Abwiegen in blauen Säcken. Einer zahlt 40 Euro, der andere sorgt mit einem 500-Euro-Schein für Überraschung an der Kasse. Gegen 12.30 Uhr, eine halbe Stunde vor Schluss des Lagerverkaufs, kann Wolff aber wechseln: 500 Euro hat der Händel-Fundus bereits eingebracht, DT-Verwaltungschefin Bettina Reinhart ist nach zweieinhalbstündigem Verkauf mit 1000 Euro in der Kasse zufrieden.

Im Verkauf des Deutschen Theaters waren nur Sachen aus Produktionen, die einen „Abschlussbescheid“ haben, erklärt Reinhart. Den erhält eine Produktion, die sicher nicht wieder aufgeführt wird. Von den Händel-Festspielen gibt es sogar schon Utensilien aus „Faramondo“, der Oper diesen Jahres.

„Weil es eine öffentliche Förderung dafür gegeben hat“

Auch das Bühnenbild von Amadigi steht in Teilen zum Verkauf. Für einzelne Stücke musste Wolff beim Kulturstaatsministerium den Verkauf genehmigen lassen. „Weil es eine öffentliche Förderung dafür gegeben hat“, erklärt der Händel-Chef.

Manches werde eben behandelt als sei es ein nationales Kulturgut, aber nur hinsichtlich der Verkaufsgenehmigung, erklärt Wolff hinsichtlich des allgemeinen Erstaunens über nationale Kulturgüter bei den Händel-Inszenierungen.
Vier Kilo wiegt so ein Räuber-Schlafsack. Einer hat am Sonnabend auf jeden Fall eine neue Besitzerin gefunden.