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Regional Feurige Reise
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19:08 31.03.2017
Spielen rasante, teils sehr komplizierte Läufe: Alexander Kilian und Jan Pascal. Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

Sehr unterhaltsam übernimmt Pascal die Moderation zu den Hintergründen und Entstehungsgeschichten ihrer Kompositionen. Kenngelernt haben sich die beiden nach Aussage von Pascal auf einem seiner Workshops, bei dem der Schüler Kilian die Partituren besser spielte als der Lehrer. Das war vor zehn Jahren und seitdem bereisen die beiden gemeinsam die Welt.

Bei ihren Auftritten umschmeicheln sich die beiden Gitarristen gegenseitig auf intensive, teils sehr explosive Art. Dabei fliegen ihre Finger förmlich über die Saiten der Flamenco-Gitarren. Diese haben laut Pascal ihre Prägung durch die arabische Oud erhalten.

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„Alegría“, ein Flamenco-Stil aus dem Raum von Cádiz, bedeutet „Freude“. Und diese strahlen die beiden Musiker mit jeder gespielten Note aus. „La Fiesta“, ein Jazzstandard von Chick Corea“, haben sie für Gitarre arrangiert. Zum Ende des Stücks spielt Kilian in solch einem atemberaubenden Tempo, dass Pascal seinem jüngeren Partner schmunzelnd eine „Frühvollkommenheit“ attestiert.

In dem tragischen polnischen Tango „Schenk‘ mir noch einen letzten Sontag“ geht es um die Liebe einer Frau zu zwei Männern. Einmal in der Welt des Tangos angekommen, darf auch der berühmte „Libertango“ von Astor Piazzolla nicht fehlen. Weiter geht die Reise nach Madrid. Aus der Oper „La Vida Breve“ von Manuel De Falla spielen sie einen lebhaft dramatischen Tanz.

Ihre rasanten, teils sehr komplizierten Läufe lösen bei den zahlreichen Besuchern immer wieder Begeisterungsstürme aus. Neben traditionellen Flamenco-Klängen finden sich auch lateinamerikanische Rhythmen und Jazz-Elemente in ihren Arrangements wieder. In Piazzollas Tango „Oblivion“ und dem sehr lebhaften „Spain“ von Chick Corea ziehen sie noch mal alle Register ihrer überwältigenden Gitarrentechnik.

Und das begeisterte Publikum, das wie 400 klänge, wie Pascal anmerkt, bekommt seine Zugabe mit einem Medley aus Stücken von Paco De Lucia, Michael Jackson und AC DC. Mit Antônio Carlos Jobims „The Girl From Ipanema“ endet die musikalische Reise unter großem Beifall in Rio De Janeiro.

Von Jörg Linnhoff