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Regional Hochprozentiger Fernwehcocktail
Nachrichten Kultur Regional Hochprozentiger Fernwehcocktail
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15:21 23.03.2017
Quelle: Heller
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Göttingen

Zweite Bücher, Filme und Alben haben es oft in sich, gerade wenn der Erstling – wie bei Millers Album „Flight of time“ – hoch gelobt wurde. Inhaltlich beschäftigt sich „Strata“ mit den musikalischen Einflüssen und Prägungen Millers. Musik sei in ihrer Familie in ihrer Kindheit und Jugend immer präsent gewesen, erzählt die junge, sympathische Sängerin mit  ihrem reizenden schottischen Akzent. Immer wieder versucht sie sich auch auf Deutsch, eine nette Geste an das Publikum, das ihr und ihrer makellosen, glasklaren Stimme sehr bald zu Füßen liegt.

Die Mischung oder eben die verschiedenen Schichten sind die Stärke ihres zweiten Albums. Traditioneller, schottischer Folk trifft auf zeitgenössische Musik und eigene Arrangements und Kompositionen. Und immer wieder hat die Poesie ihre zarten Hände im Spiel.

Songs  wie „Green grow the rashes“, der Text stammt vom schottischen Kultdichter Robert Burns, singt das Publikum mit – und das ziemlich gut. Die Cover-Version des Bob Dylan Songs „One too many mornings“ perlt in großer Emotionalität dahin. Temporeicher und handfester wird es dann mit „The Ramblin’ Rover“, einem freudigen schottischen Folk-Song der Band Silly Wizard. Geht es um Schottland, darf natürlich auch ein Song über den Whiskey nicht fehlen.

Nur begleitet vom Kontrabass kommt das Pure in Millers Stimme besonders zur Geltung. Eine elfenhafte Leichtig- und Mühelosigkeit haben alle Nummern gemeinsam und zusammen mit Aaron Jones (Gitarre), Euan Burton (Kontrabass) und Megan Henderson an der obligatorischen Fiddle (Geige) wird der musikalische Fernwehcocktail perfekt.

Da kommt eine von der Insel und singt so, dass man ihr folgen möchte, Brexit hin- oder her. Eine Tanzeinlage à la Riverdance setzt dem Abend die Krone auf. Ohne weitere Zugaben geht es nicht, und Miller und Band lassen sich auch nicht lange bitten. Ein zweites Album, mit dem sich die schottische Sängerin mit der Porzellanhaut keineswegs verstecken muss.

Von Marie Varela