Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Göttingen bietet Wartenden kostenlose Kultur
Nachrichten Kultur Regional

Göttingen bietet Wartenden kostenlose Kultur

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 07.07.2020
Nils König vom Verein KUNST (l.) und Stephanie Gallinat-Mecke von den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) hängen ein Plakat der Aktion „Kultur genießen statt warten. Einfach QR-Code scannen“ auf.
Nils König vom Verein KUNST (l.) und Stephanie Gallinat-Mecke von den Göttinger Verkehrsbetrieben (GöVB) hängen ein Plakat der Aktion „Kultur genießen statt warten. Einfach QR-Code scannen“ auf. Quelle: R
Anzeige
Göttingen

„Warten mit Kultur“ ist das Motto einer Aktion des Vereins KUNST für den Göttinger Einzelhandel und die Verkehrsbetriebe. Die Idee: Wer wegen der Corona-Abstandsgebote warten muss oder im Bus sitzt, hat über einen QR-Code, der mit dem Smartphone oder Tablet gescannt werden muss, Zugriff auf kulturelle Angebote. Kooperationspartner der Aktion sind Pro-City, die GöVB und das Göttinger Tageblatt.

„Wir haben Plakate gedruckt, die in den Schaufenstern und in den Bussen hängen werden“, erläutert Nils König von KUNST e.V. Auf den Plakaten sind jeweils vier QR-Codes abgedruckt, die nach dem Einscannen sofort auf eine speziell eingerichtete Website einer Kultureinrichtung führen. Dort sind laut König kleine Musikstücke, Theaterszenen, literarische Texte oder von soloselbstständigen Künstlern produzierte Videos zu entdecken, die das Warten angenehmer machen sollen. „Alle Wartenden oder BusnutzerInnen können ab sofort mit ihrem Handy einen QR-Code einlesen und sofort Kultur genießen“, fasst König zusammen.

Wer Schlange steht, kann sich unterhalten lassen

„Kultur genießen statt warten. Einfach QR-Code scannen“, ist ein anderer Slogan der Initiative, die sich nicht nur an Wartende an Bushaltestellen, sondern auch an jene richtet, die beispielsweise vor Geschäften Schlange stehen. „In Corona-Zeiten leiden neben anderen auch der Einzelhandel und die Gaststätten durch Umsatzeinbußen“, heißt es in einer Mitteilung. Erst langsam kehre „eine Art Normalität“ zurück, dennoch blieben Abstandsgebot, begrenzte Personenzahlen in den Geschäften und Warteschlangen an der Tagesordnung. Der Verein KUNST, in dem fast alle Göttinger Kultureinrichtungen und Initiativen zusammengeschlossen sind, habe sich deshalb „Warten mit Kultur“ ausgedacht und möchte damit das Warten in und vor den Geschäften und die Fahrt in Bussen „ein bisschen angenehmer machen“.

Aufgehängt worden sind zehn unterschiedliche Plakate mit jeweils unterschiedlichen Code-Kombinationen. Im Code eingebaut ist das Logo der jeweiligen Kultureinrichtung. So könne bereits vorausgewählt werden, welche Art von Kultur erlebt, gesehen oder gehört werden möchte. Darüber hinaus hat die Plakat-Designerin Liga Eastwood zusätzlich Piktogramme für die jeweiligen Kultursparten neben die QR-Codes gesetzt.

Die Resonanz ist positiv: „Wir finden das eine sehr charmante Aktion für unsere KundInnen“, sagt Frederike Beyer, Geschäftsführerin von Pro-City. „Wir haben die Idee sofort unterstützt.“ Stephanie Gallinat-Mecke von den Göttinger Verkehrsbetrieben freut sich über das Zusatzangebot für die Fahrgäste, die schließlich auch erst wieder zurückgewonnen werden müssen: „Wir hängen die Plakate in allen Bussen auf, in denen das geht“, sagt sie. Auf diese Weise könne sich jeder Fahrgast in Zeiten, in denen er nicht auf das volle Göttinger Kulturangebot zurückgreifen kann, ein bisschen unterhalten lassen.

Gegenseitige Hilfe, die zugleich den Göttingern Freude bereitet

Ein anderer Aspekt: „Wir möchten natürlich die Göttinger Kultureinrichtungen bei allen GöttingerInnen in Erinnerung halten, damit die Besucher zu uns kommen, wenn sich die Lage wieder normalisiert,“ betont Anne Moldenhauer vom KUNST-Vorstand. So handele es sich letztlich um eine gegenseitige Hilfe zwischen Einzelhandel, Verkehrsbetrieben und Kultureinrichtungen, die zudem noch den Bürgern Freude bereiten könne.

Wer noch mitmachen will, beispielsweise Geschäfte, Arztpraxen und Gewerbetreibende aus der Innenstadt, erhält nach Absprache per Mail unter info@procity.de oder per Telefon unter 0551/3848490 Plakate der Aktion.

Sie erreichen den Autor unter

E-Mail: e.warda@goettinger-tageblatt.de

Twitter: @eduardwarda 

Facebook: edouard.dawar

Von Eduard Warda