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Regional „Frauen bewegen Kirche“: Göttinger Ausstellung zeigt Bilder von Vanessa von Wendt
Nachrichten Kultur Regional „Frauen bewegen Kirche“: Göttinger Ausstellung zeigt Bilder von Vanessa von Wendt
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14:40 20.01.2020
Am Sonnabend kamen die Bilder in Göttingen an, so wie das Gemälde mit dem Titel "Liebe II", das Vanessa von Wendt, Beatrix Michels und Barbara Matusche (von links) dem Fotografen präsentieren. Quelle: Meinhard
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Göttingen

„Mädchen steh auf“. So lautet das Thema einer Ausstellung, die am 1. Februar in der Göttinger Galerie „Alte Feuerwache“ eröffnet wird. Präsentiert werden Bilder der in Göttingen geborenen Malerin Vanessa von Wendt.

Das Motto der Exposition ist dem Neuen Testament entnommen. Im Markusevangelium wird berichtet, wie Jesus von Nazareth ein verstorbenes Mädchen mit den Worten aus seiner aramäischen Muttersprache „Talita kum“ (Mädchen, steh auf) zurück ins Leben holt. Ein Aufruf, der in mehrfacher Hinsicht verstanden werden kann: zum Beispiel als Aufforderung für katholische Christinnen, sich mehr Gehör zu verschaffen in der eigenen Kirche.

Das weibliche Gesicht der Katholischen Kirche

Die Ausstellung ist eine Veranstaltung des gemeinsamen Projektes „Frauen bewegen Kirche“ der Dekanate Göttingen und Untereichsfeld. Ziel des Projektes soll es sein, Räume zu schaffen, in denen Theologinnen, Seelsorgerinnen und ehrenamtlich aktive Frauen der Katholischen Kirche ein Gesicht geben, ein weibliches Gesicht.

„Unser Anliegen ist es, weibliche Spiritualität, den Glauben von Frauen in den Mittelpunkt zu rücken und damit aus kirchlichen Räumen herauszugehen, auf die Menschen zu. Wir wollen Glauben anders vermitteln, lebensnah“, erläutert Barbara Matusche, Gemeindereferentin in St. Godehard. Zu diesem Zweck hole sich das Projekt gerne Frauen aus Wissenschaft und Forschung an die Seite, die über ihre Arbeit, ihren Glauben öffentlich sprechen, ebenso Künstlerinnen, die im Leben stehen, wie Vanessa von Wendt.

„Ich bin keine katholische Feministin“

Die 35-Jährige sieht sich selbst übrigens nicht als berufene Reformatorin innerhalb der Katholischen Kirche. Während Barbara Matusche und Frauenseelsorgerin Beatrix Michels von „Frauen bewegen Kirche“ ohne Wenn und Aber für die Öffnung des Priesteramtes für Frauen eintreten, hält sich von Wendt diesbezüglich zurück. „Ich bin keine katholische Feministin“, sagt sie. „Ich glaube an die Verwandlung von innen her.“ Christsein bedeute für sie, sich zurückzunehmen, zu dienen. Das gelte für Frauen ebenso wie für Männer.

Vanessa von Wendt hat an der Kunstakademie Düsseldorf Freie Kunst (Malerei) studiert und das Studium 2010 mit einem Akademiebrief beendet. Seither arbeitet die gläubige Katholikin als freischaffende Künstlerin, lebt in Falkensee (Brandenburg), studiert im Fernkurs Theologie und Religionspädagogik an der Domschule Würzburg. Über ihr Schaffen sagt sie: „Ich arbeite sehr intuitiv, habe eine ungefähre Ahnung, was ich darstellen will. Ich bediene mich einer klaren Technik –aber was dann entsteht – ist frei.“ Inzwischen habe sie die zu ihr passende Position als Künstlerin gefunden.

Themen sind Beziehungen und Begegnungen

Wichtig sind ihr Themen wie Beziehungen (in jeglicher Hinsicht) und Begegnungen. Ornamente und Farben spielen eine bedeutende Rolle. Durch die Auseinandersetzung mit der Theologie würden christliche Themen immer mehr in ihre Bilder einfließen, sagt sie. So finden sich in einem extra für die Göttinger Ausstellung geschaffenen Gemälde mit dem Titel „Liebe II“ zahlreiche Szenen der Zuwendung, Szenen der Tröstung, der Annahme, der Fürsorge, der Heilung.

Für die Göttinger Ausstellung hat von Wendt knapp 30 Bilder auf die Reise geschickt, die am Sonnabend in der Alten Feuerwache angekommen sind. Die Betreiber der Galerie am Ritterplan, Gisela Hyllus und Jörg Dreykluft, nahmen die großformatigen Kunstwerke in Empfang. Allesamt können sie käuflich erworben werden. Nach der Vernissage werden Führungen für Gruppen angeboten, etwa für Schulklassen. Die Ausstellungseröffnung ist am 1. Februar, 16 Uhr. Hingewiesen sei auch auf eine Veranstaltung zur Ausstellung am 6. Februar, 18 Uhr, in der Galerie Art Supplement, Burgstraße 37a, ein Bibliolog (Auslegung biblischer Texte), wie es in der Ankündigung heißt. Motto: „Mädchen steh auf“.

Lebendiger Zugang

Der Bibliolog zum Thema „Naomi und ihre beiden Schwiegertöchter“, am 6. Februar, ab 18 Uhr, in der Galerie Art Supplement (Burgstraße 37 A) ist eine Veranstaltung des Projektes „Frauen bewegen Kirche“. Bibliolog ist ein Weg, eine biblische Geschichte zu entdecken. Die Teilnehmenden sollen sich dabei in die biblischen Gestalten hineinversetzen. In diesen Rollen füllen sie die „Zwischenräume“ beziehungsweise das „weiße Feuer“ der Texte, mit ihren Erfahrungen und ihrer Fantasie, indem sie auf Fragen antworten, die in der Bibel offen bleiben.

Sie gewinnen dadurch einen lebendigen Zugang zu dem „schwarzen Feuer“ der Buchstaben des Textes und entdecken die Bedeutung der Bibel für ihr Leben heute. (Quelle: Katholische Kirche im Dekanat Göttingen) Ein weiteres Angebot der Initiative „Frauen bewegen Kirche“ ist ein Vortrag von Dechant Wigbert Schwarze und Frauenseelsorgerin Beatrix Michels am 13. Februar zum Thema Diakonat und Priestertum der Frau, ab 19 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache.

 

Von Ulrich Meinhard

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