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Regional Flooot will mit „Meine Bude“ Göttinger Clubs unterstützen
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09:15 29.03.2020
Flooot-Bandmitglied János Löber in der heimischen Badewanne. Quelle: R
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Göttingen

„Am Sonntag haben wir uns vorgenommen, etwas für die Clubs in Göttingen zu tun, in denen wir groß geworden sind“ erzählt Bandmitglied Philipp Holländer. In einer WhatsApp-Konferenz haben die sechs sich verabredet. Dann habe sich jeder sein Handy geschnappt und seinen Part für den Song „Meine Bude“ performt und gefilmt. „Sicher die einsamste Performance, die wir je gemacht haben“, so Holländer. Auch wenn stellenweise Kameraleute im ganz nahen Umfeld akquiriert werden konnten. Holländer fand Unterstützung bei seiner Freundin, die allerdings erst einmal sehr erstaunt gewesen sei, als sie nach Hause kam: „Ich hatte schon die ganze Wohnung umgeräumt“, erklärt der Musiker. Trompeter Jànos Löber hatte zum Glück noch eine alte Trompete, die nass werden durfte und einen Bruder, der Löber in der Badewanne filmen konnte.

Das sei schon eine echt schnelle Produktion gewesen, erzählt Holländer. Am Freitag um 12 Uhr ging das Video online. Die Streaming-Einnahmen für den Remix ihres Songs „Meine Bude“ wollen die Musiker an Nörgelbuff, Exil und Musa spenden. „Die Corona-Maßnahmen treffen die Orte, an denen in Göttingen normalerweise täglich Kultur und Live-Musik stattfinden mitten ins Herz“, so Holländer. Durch die Einnahmen auf Spotify, Apple-Music und anderen Streaming-Plattformen würden sie zusätzlich auf die Unterstützung der Göttinger hoffen, die durch das Hören des Songs so indirekt mitmachen und spenden könnten.

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Aus den Wohnungen der Bandmitglieder /Standbild aus dem Musikvideo Quelle: R

Seitdem Veranstaltungsorte zur Eindämmung der Corona-Verbreitung geschlossen bleiben müssen, hätten die Göttinger Clubs viel zu tun, so Holländer. „Wir waren die letzte Woche eigentlich nur damit beschäftigt, Konzerte abzusagen, oder im besten Fall zu verschieben“, erklärt Johannes Förster vom Nörgelbuff. Die Auswirkungen auf die Göttinger-Clublandschaft könne er bisher nur erahnen. In den sozialen Medien haben sie deshalb ein digitales Alternativprogramm für den Nörgelbuff entwickeln. „Wir sind auf die Hilfe aus der Politik, aber auch von den Göttingern persönlich angewiesen“, meint Förster. Ein Spendenkonto, über das schon einige Spenden gekommen seien, lässt den Veranstalter hoffen.

Auch das Exil wurde von den Maßnahmen hart getroffen. Wie es weitergehen soll, ist auch für Inhaberin Bea Roth ungewiss. Für ihren Mitarbeiter habe sie Kurzarbeit beantragt. Doch wie bei den meisten nicht-institutionell-geförderten Kulturbetrieben, gäbe es auch im Exil keine Rücklagen, erklärt Roth. Die Krise treffe den Club genau in vier der umsatzstärksten Wochen des Jahres mit insgesamt 33 geplanten Veranstaltungen.

Flooot möchte neben Nörgelbuff und Exil auch die Musa unterstützen. „Das sind die Läden, in denen wir groß geworden sind, quasi unsere Kinderzimmer. Jeder kann mithelfen, dass hier auch in Zukunft ein buntes Kulturprogramm geboten werden kann“, so Holländer und ruft auch zu direkten Spenden an die Clubs auf.

Soundtrack für die aktuelle Lebenssituation

Mit dem Song „Meine Bude“ liefere die Band so zumindest auch einen Soundtrack zur aktuellen Lebenssituation vieler Göttinger: Eine Ode an die eigenen vier Wände. Flooot hatte den Song schon einmal veröffentlicht. Jetzt sei es ein modernerer Mix geworden. Das Finetuning der Produktion hat übrigens ein mit der Band befreundeter Spanier übernommen, der momentan in Boston lebt. Ein internationale Produktion!

Das Musikvideo ist unter anderem hier veröffentlicht:

Spotify: spoti.fi/33Ne1Yt

Apple Music: apple.co/2Ji4XBp

iTunes: apple.co/2wtTT1n

Von Christiane Böhm

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