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Regional Klimawandel verwirbelt Vivaldis „Vier Jahreszeiten“
Nachrichten Kultur Regional Klimawandel verwirbelt Vivaldis „Vier Jahreszeiten“
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11:00 07.10.2019
Das Göttinger Barockorchester hat Vivaldis "Vier Jahreszeiten" dem Klimawandel angepasst. Quelle: r
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Göttingen

Mit dem Klimawandel in der Literatur hat sich ein Fachkongress des Literarischen Zentrums befasst. Auch in der klassischen Musikszene zeitigt der Diskurs über die dramatische Klimaentwicklung Wirkung. Das Göttinger Barockorchester hat sich das bekannteste Werk des venezianischen Barockkomponisten Vivaldi vorgeknöpft, die „Vier Jahreszeiten“ verwirbelt und den zunehmenden Wetterextremen angenähert. Ohne dabei die musikalische Integrität des Werkes zu verletzen, wie es in der Konzertankündigung heißt.

Nicht nur Vivaldi wird bei drei Konzerten im Oktober Gehör verschafft. Vor den einzelnen Sätzen kommen ein Klimatologe und die musikalischen Projektleiter zu Wort. Darüber hinaus werden die Konzerte von einer Ausstellung über „Klimawandel in Göttingen –Auswirkungen auf die Jahreszeiten“ flankiert. Sie soll Hintergrundinformationen vermitteln, Handlungsperspektiven aufzeigen und zur Lebensstil-Diskussion anregen.

Wissenschaftler an Bord geholt

Aufgeführt wird das Vivaldi-Experiment am Sonnabend, 12. Oktober, um 16 Uhr im Parthenon-Saal der Gipssammlung im Archäologischen Institut, Nikolausberger Weg 15, und um 20 Uhr im Alten Rathaus, am 13. Oktober um 17 Uhr in der Villa Gyps in Osterode, Gipsmühlenweg 37. Alexander Knoll, Professor für Bioklimatologie an der Göttinger Universität, stellt wissenschaftliche Beispiele für Änderungen des Klimas vor, Orchestergründer und -leiter Hans-Henning Vater sowie Projektleiter Antonius Adamske erläutern die musikalische Umsetzung.

Der Klimawandel werde von vielen noch als ein mehr oder weniger weit vor uns liegendes Problem empfunden, sagt Lennard Wagner vom Barockorchester und zieht eine Parallele zu alter Musik. Auch sie werde als eher entfernter und zu vernachlässigender Randbereich wahrgenommen. Hier setze das Konzept an, das Reihenfolge, Dauer und Intensität der „Vier Jahreszeiten“ verändert habe, um einen emotional erfassbaren Eindruck dessen zu ermöglichen, was Klimawandel für uns bedeuten könne: „Das Frühjahr beginnt früher, der Sommer zeigt sich in größerer Intensität, die Stürme des Herbstes brausen auf einmal auch im Sommer.“

Von Kuno Mahnkopf

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