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Regional Göttinger Bürger spenden 10.000 Euro für in Not geratene Künstler
Nachrichten Kultur Regional Göttinger Bürger spenden 10.000 Euro für in Not geratene Künstler
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07:01 03.05.2020
Keine Zuschauer, kein Einkommen: Viele Künstler und kleine Kultureinrichtungen leiden unter der Corona-Krise. Das Bild zeigt leere Stuhlreihen im Jungen Theater. Quelle: r
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Göttingen

Die erste Unterstützungsrunde für soloselbstständige Künstler und kleine Kultureinrichtungen aus Göttingen, die anderweitig keine Hilfe zu erwarten haben, beginnt. Ein Spendenaufruf des Vereins Kultur UNterstützt STadt (KUNST) erbrachte bisher eine Spendensumme von 10000 Euro. Die Künstler können bis zum 15. Mai Projektanträge stellen, um eine Unterstützung von 1000 Euro als schnelle Nothilfe zu erhalten.

Aus den Projektanträgen wählt eine Jury jene Künstler aus, die am stärksten von der Corona-Krise betroffen sind. Parallel ruft der Verein KUNST weiter Göttinger Bürger dazu auf, für betroffene Künstler zu spenden.

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Zielgruppe sind Künstler, die durch die Hilfs-Netze gefallen sind

Zielgruppe der Spendenaktion sind Künstler, die keine ausreichende Hilfe haben oder durch die Netze der Hilfsprogramme gefallen sind. Das KAZ, das JT und die musa beraten und unterstützen die Künstler bei der Antragstellung. Jeder Künstler soll im Rahmen des Projektes ein kleines Kunstwerk erschaffen – etwa ein Bild, ein Lied, ein Gedicht, ein Prosatext, ein Tanz, ein Musikstück oder eine Solo-Theaterszene.

Der Künstler muss dann ein kleines Video produzieren, in dem das Kunstwerk in irgendeiner Form präsentiert wird – auch der Künstler selbst kann sich natürlich darstellen. Bei der Umsetzung wird den Künstlern Hilfe durch die beratenden Einrichtungen zuteil.

Videoschau auf gturl.de/KiSN

„Kultur in Südniedersachsen“ (KiSN) mit seiner Webseite gturl.de/KiSN ist eine Initiative des Landkreises Göttingen und des Göttinger Tageblattes. Künstler aus der Region können sich präsentieren und müssen dazu das Formular, das auf der Seite zu finden ist, komplett ausfüllen. Alternativ können sie auch Film, Foto- und Tonmaterial zur Veröffentlichung schicken an: kultur@landkreisgoettingen.de. Inhalt geht hier ganz klar vor Perfektion. KiSN soll vor allem die Vielfalt des kulturellen Lebens in Südniedersachsen zeigen. Wer Unterstützung benötigt, kann sich an das Expertenteam wenden. Die Experten helfen, wenn es um Fragen zur Produktion, zum Schnitt von Videoaufnahmen oder des Uploads geht. Künstler können sich auch hier an die E-Mail-Adresse kultur@landkreisgoettingen.de wenden.

Die Videos werden im Anschluss auf der Webseite von „Kultur in Südniedersachsen“ (KiSN), einer Aktion von Göttinger Tageblatt und Landkreis Göttingen, präsentiert. Die KiSN-Webseite ist unter gturl.de/KiSN zu erreichen (siehe Kasten).

Anträge für die erste Auszahlungsrunde können bis zum 15. Mai zusammen mit KAZ, musa oder JT gestellt werden. Details zur Antragstellung finden Künstler auf der Webseite kunst-ev.de.

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„Wir hoffen, auf diese Weise in Not geratene KünstlerInnen schnell zu unterstützen. Und für die SpenderInnen wird über das produzierte Video sichtbar, wem sie geholfen haben“, sagt Nils König vom KUNST-Vorstand. Außerdem hofft der Verein, dass weiterhin gespendet wird und damit noch mehr Geld für die Unterstützung weiterer Künstler zusammenkommt.

In diesem Zusammenhang ruft der Verein KUNST Göttinger Bürger auf, für betroffene Künstler zu spenden. Gespendet werden kann auf das Konto des Vereins (IBAN: DE62 2605 0001 0050 5892 17 bei der Sparkasse Göttingen) mit dem Stichwort „Corona-Spende“. Dabei kann bei Beträgen über 100 Euro eine Spendenbescheinigung ausgestellt werden, dafür muss auf dem Überweisungsformular die Postadresse angeben. Bei kleineren Beträgen, darauf weist der Verein hin, gilt das Überweisungsformular als Spendenbescheinigung. „Wir hoffen, dass wir bald die zweite Antragsrunde starten können“, sagt Anne Moldenhauer vom KUNST-Vorstand.

Verein KUNST will dort helfen, wo Programme nicht greifen

„Wir versuchen, jetzt schnell dort zu helfen, wo Hilfsprogramme nicht greifen oder versagen“, heißt es in einer Mitteilung des Vereins KUNST, in der die Vorstandsmitglieder Willi Arnold und Inge Mathes zitiert werden. „Dennoch muss diese Hilfe eigentlich von der Politik kommen. Darum unterstützen wir ganz eindringlich die Petition der Göttinger Künstlerin Christiane Eiben, die die Politik auffordert, endlich geeignete Hilfsprogramme für unsere KünstlerInnen in dieser Krise aufzulegen.“

Andere Möglichkeiten zur Unterstützung von unter der Corona-Krise leidenden Künstler in der Region Göttingen, die vom Verein KUNST aufgezeigt werden, sind der Verzicht auf die Rückerstattung von Eintrittsgeldern von abgesagten Veranstaltungen oder Direktspenden an die Göttinger Kultureinrichtungen. Außerdem könnten Benefiz-Aktionen wie beispielsweise die fiktive Benefizgala des Jungen Theaters unterstützt werden.

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E-Mail: e.warda_frMA@goettinger-tageblatt.de

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Von Eduard Warda