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Regional Signierstunde mit Plaudereien
Nachrichten Kultur Regional Signierstunde mit Plaudereien
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18:21 10.02.2019
Wenn die Kuh umfällt: Gerhard Glück mit seinem Werk „Westwind“. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Nicht selten kam der Künstler dabei ins Plaudern. So häufig, dass der 74-Jährige von seinem Schreib-Tisch längere Zeit nicht loskam, um einer weiteren Leidenschaft zu frönen: „Ich würde gerne mal eine rauchen.“

Stattdessen erzählte Glück unter anderem von seinem Engagement beim renommierten und anspruchsvollen „NZZ Folio“. Aus mehr oder minder heiterem Himmel habe sich im Jahr 1991 „ein Mann mit Schweizer Stimme“ gemeldet, erinnerte sich Glück und schlug bei seiner Erzählung auch gleich selbst eine schweizerische Sprachfärbung an. Der Anrufer, so stellte sich schnell heraus, tat dies im Auftrag der frisch gegründeten Monatsbeilage der Neuen Zürcher Zeitung, die es bis heute gibt. Man sei auf Glücks Bilder aufmerksam geworden, er möge doch bitte mal „ein Testbild“ für die NZZ anfertigen. Diesem Wunsch kam Glück nach, die Schweizer druckten es. Kurze Zeit später erneut die Bitte um „ein Testbild“, wieder zeichnete Glück, wieder nahmen die Züricher es ihm ab. Danach, erzählte Glück, gab es keine fragenden Anrufe mit Bitten um Testbilder mehr: Glück zeichnete nun regelmäßig für „NZZ Folio“. Bis heute.

Glück wurde 1944 in Bad Vilbel geboren und lebt in Kassel. 1972 erschienen erste Zeichnungen in Tageszeitungen, später kamen Veröffentlichungen bei größeren Zeitungen, beispielsweise im Magazin der Süddeutschen Zeitung hinzu. Außerdem hat Glück viele Bücher illustriert. Seit fast 30 Jahren schmücken seine Werke das renommierte NZZ-Folio-Magazin mit seinen anspruchsvollen Reportagen – von Beginn des Erscheinens des Magazins an. Neben dem deutschen Karikaturenpreis in Gold erhielt Glück im Jahr 2017 den deutschen Satirepreis „Göttinger Elch“.

Glücks Bilder reichen von intellektuellem Witz und augenzwinkernder Gesellschaftskritik bis hin zu skurriler, absurder Komik mit bitterem politischen Unterton – oft vordergründig harmlos, tatsächlich aber hintersinnig und tiefgründig. Noch bis Ende Februar ist die aktuelle Glück-Ausstellung in der „ImFlurGalerie“, Geiststraße 11, zu sehen.

Von Matthias Heinzel

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