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12:12 10.12.2017
Festlich und gelungen: Das Weihnachtskonzert des Göttinger Knabenchors.
Festlich und gelungen: Das Weihnachtskonzert des Göttinger Knabenchors. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Der Göttinger Knabenchor singt seine Weihnachtsmusik, so stand es auf dem Programmzettel. Seine Weihnachtsmusik, das sind die Lieder und Stücke, die der Chorgründer Franz Herzog für den Knabenchor geschrieben oder arrangiert hat. 100 Jahre wäre der Chorleiter in diesem Jahr geworden. Herzog, so Herbert Schur, der Vorsitzende des Vereins Göttinger Knabenchor, habe an die Dresdner Tradition der Knabenchöre angeknüpft und sie auf eigene Weise fortgeschrieben. Im Zentrum des weihnachtlichen Konzertes stand die Weihnachtsgeschichte, in Abschnitte eingeteilt, wie sie auch am Heiligabend in den Gottesdiensten zu hören ist. Umrahmt wurde dies von Liedern des Chores. Ein volkstümliches Weihnachtsoratorium entstehe so, sagte Schur.

Unterstützt wurde der Chor in der voll besetzten Kirche von Posaunen, Trompeten und Pauken. Zusammen begannen sie mit einem festlichen „Macht hoch die Tür“ in einer Bearbeitung von Herzog. Es folgte von Carl Hirsch „Es flog ein Täublein leise“ bevor das „Salve Regina“, das nur die Männerstimmen sangen – angemessen verhalten, sanft und klar mit schön ausgebildeten Stimmen – endgültig für weihnachtliche Stimmung sorgten.

Schön gelang dem Chor die wechselnde Intensität im „Nun sei willkommen, Herre Christ“. Und auch die hohen Stimmlagen klangen nun strahlend. Die anfängliche Unsicherheit der jungen Sänger schien verflogen. Souverän meisterte der Chor auch Johann Sebastian Bachs „Oh Jesulein zart“. Schöne Solostimmen präsentierten sich bei „Joseph, lieber Joseph mein“ und bei Herzogs „Als ich bei meinen Schafen wacht“. Zusammen mit den Bläsern und der Pauke wurde das „Jauchzet, ihr Himmel“, von Rudolf Mauersberger (Dresden) vielleicht der glänzendste Choral des Abends.

Der Göttinger Knabenchor hat sich unter seinem Leiter Michael Kraus eine große musikalische Bandbreite erarbeitet und auf Konzertreisen durch Europa und Amerika viel Anerkennung erfahren. Auch an diesem Abend zeigten die Sänger ihr beachtliches stimmliches Potenzial und viel Wohlklang. Einzig in den hohe Lagen gab es manchmal kleine intonatorische Unsicherheiten.

Bei allem künstlerischen Anspruch und aller Festlichkeit, sind es aber auch die kleinen Momente, in denen die Kinder auch Kinder sind, die einen solchen Abend ausmachen. Da vergisst dann doch mal ein junger Chorist den Text und muss wieder einsetzen, da wiegt das Gesangbuch etwas schwer und wackelt in der Hand, einer von den ganz jungen Sängern verpasst beim Abgang aus dem Altarraum den Anschluss und muss ein wenig hinterherhetzen.

Zum Abschluss dieses gelungenen Weihnachtskonzerts erklingt in der Marienkirche ein vollmundiges, strahlendes „O du fröhliche“, in das nach Aufforderung von Chorleiter Kraus die Zuhörer– wenn auch zaghaft – einstimmen. Das Publikum spendet begeisterten Applaus.

Von Christiane Böhm

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