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Regional Autor Gregor Sander zu Gast in Teistungen
Nachrichten Kultur Regional Autor Gregor Sander zu Gast in Teistungen
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15:57 25.10.2019
Moderatorin Marisa Rohrbeck und Autor Gregor Sander im Grenzlandmuseum Eichsfeld Quelle: Claudia Nachtwey
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Teistungen

„Alles richtig gemacht“ ist die Geschichte zweier Freunde, die in jungen Jahren die Grenzöffnung miterleben. Doch was machen solche weltbewegenden Ereignisse mit den Menschen? Über diese Frage und einiges mehr sprach der vielfach ausgezeichnete Autor Gregor Sander im Grenzlandmuseum. Marisa Rohrbeck, Mitarbeiterin des Literarischen Zentrums Göttingen, moderierte die Veranstaltung des Göttinger Literaturherbstes.

Aufregende Ereignisse

Vor dem historischen Hintergrund der Zeitenwende in den späten 1980er-Jahren erzählt Sander die Geschichte von Thomas und Daniel. Beide leben in Rostock, als die marode DDR ebenso bröckelt wie die bürgerliche Fassade von Thomas’ Eltern. Die Freunde lassen sich von den aufregenden Ereignissen mitreißen und ziehen nach der Grenzöffnung nach Berlin. Das Leben dort ist aufregend, die Freunde betreiben gemeinsam eine Bar, probieren Drogen aus und versuchen, mit nicht ganz legalem Kunsthandel Karriere zu machen. Schließlich studiert Thomas Jura und Daniel verschwindet aus seinem Blickfeld. Als der Freund Jahre später wieder auftaucht, steht der inzwischen etablierte Rechtsanwalt Thomas vor den Scherben seiner Ehe. Hat Daniel etwas damit zu tun? Und wer hat eigentlich alles richtig gemacht?

Bei seiner Lesung schilderte Sander, wie er sich beim Schreibprozess aktiv an bestimmte Zeiten erinnert: mit Gesprächen, Musik, Filmen und Büchern. Wie gut ihm das gelingt, erfährt auch der Leser. Die Songs von Nirvana beispielsweise und Filme wie „Night on Earth“ begleiten in kurzen Fragmenten die Szenen des Romans und lassen den Zeitgeist der beschriebenen Epoche lebendig aufflackern. Aber Sander verharrt nicht darin, konstruiert verschiedene Erzählebenen und erklärt im Gespräch mit Rohrbeck, dass er nicht die historischen Ereignisse in den Mittelpunkt stellt, sondern deren Auswirkungen auf die Menschen. Von 16 Kapiteln in „Alles richtig gemacht“ spielen 15 nach dem Mauerfall, sagt Sander. „Die 90er-Jahre in Berlin waren ein bisschen, wie wenn die Eltern nicht zu Hause sind“, beschreibt der Autor humorvoll die damalige Stimmung in der einst geteilten Großstadt.

Mit Christiane Paul und Ronald Zehrfeld

Einen Bogen schlug die Moderatorin zum Film: Sanders Roman „Was gewesen wäre“, erschienen 2014, kommt am 21. November mit Christiane Paul und Ronald Zehrfeld in den Hauptrollen in die Kinos. Das Drehbuch hat Sander ebenfalls verfasst. „Die Geschichte muss man für einen 90-minütigen Film verändern. Ich nahm mir vor, so beweglich wie möglich zu sein“, erzählte der Autor. Die Vorschläge des Regisseurs Florian Koerner von Gustorf, der Schauspieler und Set-Designer seien zu berücksichtigen, und Kompromisse mussten gefunden werden. „Beim Film ist der Autor nur ein Teil der Produktion, und ich habe die Zusammenarbeit mit dem Team sehr genossen“, sagte Sander. Während der Filmproduktion arbeitete er zeitgleich an „Alles richtig gemacht“.

Bevor Sander sich ganz dem Schreiben widmete, hatte er schon eine Schlosser- und eine Krankenpflegerausbildung absolviert, Medizin in Rostock sowie Germanistik und Geschichte in Berlin studiert. Mitte der 1990er-Jahre besuchte er die Berliner Journalistenschule, und ab den 2000ern wurde er für seine Bücher – Erzählungen und Romane – mit Preisen und Stipendien überhäuft.

Gregor Sander: „Alles richtig gemacht“, Penguin-Verlag, 240 Seiten, 20 Euro.

Mehr über den Autor erfahren Sie hier.

Der Göttinger Literaturherbst

Von Claudia Nachtwey

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