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10:11 07.08.2019
Neuer Veranstaltungsort für den Literaturherbst: die Gipsabgusssammlung des Archäologischen Instituts der Georg-August-Universität. Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Eine Händel-Oper bei einem Lesefestival? Literaturherbst-Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold erläutert den Zusammenhang: Zum 100. Jahrestag der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen sollen alle Opern Händels aufgeführt werden. Den Auftakt machen die Festspiele eben schon in diesem Jahr. Eine „eher randständige Händel-Oper“ wird auf dem Programm stehen. Ihr Libretto wird von einem Poetry Slamer bearbeitet. Und warum in der Corvinuskirche? „Weil da die richtige Orgel steht und die richtige Akustik herrscht“, sagt Herberhold.

„Von jungen Menschen vorangetrieben“

Eine weitere Kooperation führt zu dem nächsten neuen Festival-Ort. Harald Eggebrecht, Musikkritiker der Süddeutschen Zeitung, kommt mit dem Lautenisten Axel Wolf zu einem gut einstündigen Gesprächskonzert in die Gipsabgusssammlung des Archäologischen Instituts der Universität Göttingen.

Drei große Themen nennt Herberhold als zentral für das kommende Festival: 50 Jahre Mondlandung, 30 Mauerfall und die Zukunft als „junges Thema, das von jungen Menschen vorangetrieben wird“. Für letzteren Schwerpunkt kooperiert der Literaturherbst mit dem Jungen Theater Göttingen (JT) und – der nächste neue Spielort – mit der IGS Bovenden. Das JT entwickelt ein Theaterstück über „Fridays for Future“, Schüler der IGS begleiten die Entstehung der Produktion. Zu einer Veranstaltungen in der IGS erwarten die Organisatoren eine der Protagonistinnen der Bewegung.

Vom Gelingen überzeugt

Ebenfalls mit dem Thema Zukunft befasst sich P. A. Hülsenbeck. Er wird mit einem Künstlerkollegen ein Live-Hörspiel umsetzen, „eine alternative, experimentelle Lesung“, sagt Herberhold, „etwa Außerordentliches“. Bis zu 120 Besucher könnten daran teilhaben – im „Start Raum“ in der alten Post an der Friedrichstraße. „Zu Berlin für Göttingen“ sei das, zitiert Herberhold einen Kommentar zu dem Programmpunkt. Doch er ist vom Gelingen überzeugt.

„Eines der tollsten belletristischen Bücher des Jahres“, so Herberhold, soll in Hardegsen vorgestellt werden. Mehr verrät er nicht. Das Muthaus auf Burg Hardeg ist ein weiter Veranstaltungsort, den der Literaturherbst in sein Programm eingebaut hat.

Teil des ersten Literaturherbst-Programms

Eine Kooperation mit dem Theater der Nacht in Northeim sei immer wieder einmal angedacht gewesen, sagt Herberhold. Weil die Betreiber des Figurentheater auf ein Programm mit Puppen bestanden hätten, sei es nie dazu gekommen. In diesem Jahr allerdings stimmten sie zu, sagt Herberhold – weil „der älteste und einzig wahre Künstler des Literaturherbstes“ dort gerne lesen wollte: der gebürtige Göttinger Max Goldt, der schon Teil des ersten Literaturherbst-Programms war.

In der Volkshochschule Geismar wird ein Buch in einfacher Sprache Thema sein, „ein Buch für alle, ein inklusives Buch“, erklärt Literaturherbst-Mitarbeiterin Hanna Hovtvian. „Die Bunte Bande – Das gestohlene Fahrrad“ heißt der farbenfrohe Band, dessen Geschichte auch in Braille-Schrift für sehbehinderte Menschen erzählt wird. Der Kika-Moderator Eric Mayer wird durch dieses Programm führen.

Zum Thema „30 Jahre Mauerfall“ wird der Regisseur Andreas Dresen nach Göttingen kommen. Im Zentralen Hörsaalgebäude auf dem Campus präsentiert er seinen Film „Gundermann“, der mit sechs Deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurde, unter anderem für die beste Regie. In dem Film erzählt er die Geschichte des DDR-Liedermachers Gundermann, der als Idealist und Stasispitzel ein eigenwilliger Charakter in der DDR war. Während des Festivals habe Dresen andere Verpflichtungen gehabt, sagt Herberhold. Deswegen läuft das Festival in diesem Jahr einen Tag länger, statt zehn diesmal also elf Tage mit literarischem Programm.

Das große Lesefestival

Der 28. Göttinger Literaturherbst läuft vom 18. bis zum 27. Oktober, verlängert wird er laut Geschäftsführer Jens-Peter Herberhold um einen Tag für den Auftritt Regisseur Andreas Dresen, der seinen Film „Gundermann“ präsentiert. Bereits am 9. Oktober liest Fernando Aramburu um 20 Uhr im Alten Rathaus, Markt 9 in Göttingen, aus seinem neuen Buch. Mehr als 80 Veranstaltungen stehen laut Geschäftsführer Herberhold auf dem Programm, das noch weitgehend unter Verschluss gehalten wird. Veröffentlicht wird es in einer Pressekonferenz am 14. August. Der Vorverkauf startet am 15. August. Tickets gibt es dann in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt. Rund 22000 Tickets stehen zur Verfügung. Das Festival-Zentrum wird wie im vergangenen Jahr das Hotel Freigeist sein, Berliner Straße 30 in Göttingen.

Von Peter Krüger-Lenz

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