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Regional Göttinger Literaturherbst startet
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15:33 11.07.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Vor dem Literaturherbst: Organisator Christoph Reisner (links) und Prof. Helmut Grubmüller vom Max-Planck-Institut.
Vor dem Literaturherbst: Organisator Christoph Reisner (links) und Prof. Helmut Grubmüller vom Max-Planck-Institut. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Die Wissenschaftsreihe mit der Max-Planck-Gesellschaft ist unser Flaggschiff“, sagt Christoph Reisner, Leiter des Göttinger Literaturherbstes.

Es sei „der größte, teuerste und internationalste Bereich“. Rund 50    000 Euro, also ein Drittel des Etats, koste dieser Part des Festivals. Und Prof. Helmut Grubmüller, Direktor am Max-Planck-Institut (MPI)für biophysikalische Chemie in Göttingen, unterstreicht: „Es ist eine absolut attraktive Teilnehmerliste.“

Eine Reihe von Forschungen und wissenschaftlichen Büchern, die beim Literaturherbst vorgestellt werden, hat Göttingen-Bezug. So hat der Kulturhistoriker Martin J. Sherwin in seiner preisgekrönten Biographie über J. Robert Oppenheimer dessen Göttingen-Zeit ein ganzes Kapitel gewidmet. Der Vater der Atombombe promovierte 1927 an der Georgia Augusta bei Max Born, das Kapitel ist laut Reisner mit viel Lokalkolorit angereichert (18. Oktober, 19 Uhr, Paulinerkirche).

Wissenschaftliche Monokultur

Grubmüller wird mit Lee Smolin, wie Grubmüller auch theoretischer Physiker, über dessen aktuelles Buch „Die Zukunft der Physik“ reden (25. Oktober, 19 Uhr, Paulinerkirche). Der Göttinger Wissenschaftler schätzt an dem Werk, dass Smolin darin vermittele, wie Wissenschaft funktioniert.

Smolin geht von der aktuellen Situation aus, dass Quantenmechanik, die in Göttingen eine große Tradition besitzt, und Relativitätstheorie „beide hervorragend für sich funktionieren, aber nicht unter einen Hut zu bringen sind“. Hier prangere Smolin, den Grubmüller einen Freigeist nennt, „wissenschaftliche Monokultur“ an.

Zwei spezifische MPI-Themen macht Grubmüller beim Thema „Robotics“ aus, das die beiden Experten Bruno Siciliano und Oussama Khatib vorstellen (24. Oktober, 19 Uhr, Paulinerkirche). „Roboter wollte man schon vor 40 Jahren bauen, und man kann sie immer gebrauchen“, meint Grubmüller.

Derzeit vollziehe sich in diesem Bereich eine rasante Entwicklung, auch in Göttingen wird dazu geforscht. Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine seien dabei ein Thema wie auch die neue Art künstlicher Intelligenz. Siciliano und Khatib werden Roboter mitbringen.

Ein weiteres Thema von Interesse für Göttinger Forscher: Medizin. Florian Holsboer stellt sein Werk „Biologie für die Seele“ vor (17. Oktober, 19 Uhr, Paulinerkirche), in dem es um das genetische Profil geht. Und Juli Zeh beschreibt in „Corpus Delicti“ einen fiktionalen faschistoiden Gesundheitsstaat (25. Oktober, 21 Uhr, Deutsches Theater, mit der Band „Slut“).

Tickets für das Festival gibt es bei Deuerlich, Weender Straße 33 in Göttingen, in der Tourist-Information im Alten Rathaus, Markt 9, und unter www.literaturherbst.com.