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Regional Schauspielerin Katharina Müller im Porträt
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18:54 31.01.2019
Im Theater in Göttingen angekommen: Schauspielerin Katharina Müller. Quelle: Niklas Richter
Göttingen

Zwei Theaterhäuser stehen in Göttingen. Dazu kommen professionell arbeitende freie Theater und ein studentisches. Eine Tageblatt- Serie stellt die Schauspieler vor.

Seit Herbst 2017 spielt Katharina Müller am Deutschen Theater, festes Ensemble-Mitglied ist sie seit September. Drei Jahre hat sie davor in Hamburg gelebt und dort „immer gewettert“ über all die Hektik, das Gewusel. Und sich ein Leben in einer kleineren Stadt gewünscht. „Sehr klein“ sei ihr dann aber Göttingen zunächst doch vorgekommen. „Aber ich habe die Stadt lieben gelernt“, sagt die in Hannover aufgewachsene Schauspielerin. Sie sei hier ruhiger, „so zentriert“, könne ihre Energie auf die Arbeit bündeln. Nur manchmal fehle ihr hier dann doch das „große Flair“.

Schauspielerin wollte Müller schon mit acht oder neun Jahren werden. „Das habe ich jedem erzählt und es in jedes Poesiealbum geschrieben!“ Und dann ist sie doch einen anderen Weg gegangen. Sie begann in einem professionellen Chor in ihrer Heimatstadt Hannover zu singen. Erfolgreich und ausfüllend sei das gewesen. Damals habe sie sich komplett der Musik verschrieben. Bereits 2003 sang sie ihre erste Rolle an der Staatsoper Hannover und studierte später Gesang an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Zweite Leidenschaft: Gesang. Quelle: Niklas Richter

Sie sang in klassischen Opern, unter anderem an der Kammeroper in Hamburg. „Aber wenn ich die Schauspieler gesehen habe, habe ich oft gedacht, das wolltest du doch eigentlich auch machen. Das ist spannend.“ Die Figuren haben sie interessiert, die Begegnungen zwischen ihnen, die Sprache, die nicht eingezwängt ist in den Takt der Musik. „Ich muss das noch mal ausprobieren“, habe sie sich gesagt und dann in Hamburg und Karlsruhe Schauspiel studiert. Bei diversen Theatern habe sie danach Initiativbewerbungen abgegeben. „Göttingen hat gesagt, komm vorbei.“ Jetzt sei sie ganz drin im Schauspiel.

Was nicht heiße, dass Musik und Gesang ihr nicht ebenso wichtig sind, beeilt sie sich zu sagen. Mit zwei Bands macht sie regelmäßig Musik, mit der einen Rock’n’Roll und die andere sei so eine Art Tanzorchester mit 13 Musikern. Ihr neuestes Projekt ist eine Jazzformation, die sich zunächst nur für eine Familienfeier zusammengefunden hat, jetzt aber weiter mit Jazzstandards unterwegs sein möchte.

Wichtig: Neugierde. Quelle: Niklas Richter

Traumrollen? Da hat sie sich noch gar keine Gedanken drum gemacht. Möglichst viele verschiedene Rollen will sie in den nächsten Jahren spielen. Vorbilder? Schon eher. Früher habe sie oft Anke Engelke nachgemacht, toll findet sie auch Kate Winslet. Neugier, so beschreibt sie es, sei für ihr Spiel wichtig, Offenheit: „Was kommt jetzt, was passiert da.“

Und wie sieht es mit Lampenfieber aus? Vor Premieren sei sie schon sehr angespannt, so Müller. Aber trotzdem ruhig. „Am Premierentag kommt keiner zu mir“, erzählt sie von ihren Ritualen. Da darf keiner bei ihr übernachten, sie schläft lange, macht bei gutem Wetter „einen längeren Marsch durch den Wald“, geht bei Yogaübungen mental noch einmal das Stück durch. Und dann werden die Premierengeschenke fertig gemacht.

Kochen - mit Fleisch! Quelle: Niklas Richter

Privat zieht es sie regelmäßig nach Hannover, wo die Familie und der Freund leben. „Warten ist der Horror“, so Müller über die Zeit, die sie dabei jede Woche auf den Bahnsteigen verbringt, wenn der Zug mal wieder Verspätung hat. „Ich bin ein Genussmensch“ verrät sie noch. Sie geht gern essen, lässt sich von ihrem Freund bekochen, kocht regelmäßig selbst, mit „Fleisch!“, wie sie lachend bekennt. Lammbraten findet sie beispielsweise sehr lecker.

Von Christiane Böhm

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