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Regional Wehmütig schweben die Töne
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11:41 21.03.2017
Von Michael Caspar
Hochkonzentriert: die Musiker des Göttinger Symphonjie-Orchesters mit ihrem Dirigenten Christoph-Mathias Mueller.   Quelle: Heller
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Scheden

Vom Kirchberg aus reicht der Blick weit über die grünen Felder. Mit einem Glas Sekt und Salzgebäck in der Hand genoss das Publikum in der Pause die Aussicht. In dieser ländlichen Idylle, in der Quantz 1697 zur Welt kam, gastiert das Göttinger Symphonie Orchester seit 2001. Flötistin Bettina Bormuth spielte virtuos und klar das rezitativ angelegte Werk des Schedener Musikers, der am preußischen Hof zu Ruhm kam.

Den Auftakt des Konzerts, dessen Programm Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller prägnant und charmant vorstellte,  hatte Joseph Haydns Ouvertüre von „Orfeo ed Eurydice“ gemacht. Die 1791 komponierte Oper wurde erst 1915 in Wien uraufgeführt. Ruhig und wehmütig schwebten die Töne in Christoph Willibald Glucks „Reigen seliger Geister“ aus dessen Oper „Orfeo ed Eurydice“, dessen Ouvertüre ebenfalls erklang.

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Von Mozart gab es die lyrische Ouvertüre zu „Idomeno“ zu hören. Virtuos und leichtfüßig war Ludwig van Beethoves Ouvertüre zu „Die Geschöpfe des Prometheus“. Das Orchester bot zudem eine Reihe von Werken, die es Tage zuvor bereits in der Göttinger Aula am Wilhelmsplatz auf dem Programm gehabt hatte: die Ouvertüre zu Thomas Linleys komischer Oper „The Duenna“ und Johann Christian Bachs zarter, berührender Symphonie B-Dur. Mitten in der dramatischen Pause von Carl Friedrich Abels Symphonie Es-Dur klingelte ein Handy. Müllers Kommentar: „Wenn Nokia das gewusst hätte.“