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Regional Göttinger Symphonie-Orchester eröffnet Philharmonischen Zyklus II
Nachrichten Kultur Regional Göttinger Symphonie-Orchester eröffnet Philharmonischen Zyklus II
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19:15 29.09.2013
Nur mit der linken Hand auf den Tasten: Esther Walker spielt Paul Hindemiths lange verschollenes Konzert aus dem Jahr 1923. Quelle: Pförtner
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Göttingen

Beim Eröffnungsabend des Philharmonischen Zyklus II des Göttinger Symphonie-Orchesters (GSO) am Freitag in der gut besuchten Stadthalle konnten sich die Zuhörer davon überzeugen lassen, dass dieser schlechte Ruf offensichtlich auf Unkenntnis des Hindemithschen Œuvres beruht.

Auf dem Programm standen zwei Klavierkonzerte: zunächst das lange verschollene Konzert für die linke Hand allein aus dem Jahr 1923, dann das Klavierkonzert aus dem Jahre 1947. Das ältere Stück ist wilder im Charakter, lebt vom motorischen Impuls, vom Reiz ostinater Wendungen.

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Deutlich abgeklärter ist das in den USA entstandene Stück aus der frühen Nachkriegszeit, in dem manche lyrische Kantilene blüht, ohne dass dabei aber der immer wieder mitreißend vorwärtstreibende Puls verlorengeht. Darüber hinaus kann man allerorten den Klangfarben­zauberer Hindemith bewundern, wunderbar farbige Instrumentenpaarungen.

Die Schweizer Pianistin Esther Walker – sie spielt gerade eine CD mit Hindemiths gesamtem Klavierwerk ein – meisterte ihre schwierigen Soloparts mit Präzision, Kraft und Temperament. Und Dirigent Christoph-Mathias Mueller setzte sich – auch erläuternd – mit großer Verve für diese meisterhafte Musik ein.

Die GSO-Instrumentalisten waren in Top-Form, sie steuerten feinste solistische Leistungen bei. Das gilt ebenso für die Ouvertüren Tschaikowskys („Romeo und Julia“) und Bernsteins („West Side Story“), die zusätzlichen Stoff für Begeisterung lieferten.

Von Michael Schäfer