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Regional Nicht zwangsläufig im Ostviertel
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17:36 29.03.2019
Hauptnutzer der Stadthalle: das Göttinger Symphonie-Orchester. Quelle: Schäfer
Göttingen

Der Vorstand des Göttinger Symphonie-Orchesters hat sich zusammengesetzt und die vier Tageblatt-Fragen zum weiteren Umgang mit der Göttinger Stadthalle beantwortet. Hier das Ergebnis:

Tageblatt: Stadthalle oder Multifunktionsbau – was braucht Göttingen

Orchestervorstand: Göttingen braucht einen multifunktionalen Konzertsaal, also eine Halle, die den hohen Anforderungen der Hauptnutzer GSO und Händel-Festspiele sowie deren Publikum gerecht wird. Unser hauptsächliche Aufmerksamkeit gilt dem Klang des neu zu gestaltenden Saales – bislang mussten alle Konzerte des GSO in der Stadthalle elektroakustisch verstärkt werden, um die Probleme der Raumakustik auszugleichen. Wünschenswert sind ebenfalls gute raumklimatische Bedingungen für Publikum und Orchester, komfortable Platzverhältnisse und eine hohe Flexibilität der Saalnutzung sowie eine gute Ausstattung der Bühne. Dazu gehören ebenso eine ansprechende Eingangs- und Garderobensituation sowie eine einladende Gastronomie. Zudem muss die Halle flexibel genug sein, um auch einen Abiball und Veranstaltungen mit 500 bis 800 Besuchern veranstalten zu können.

Ist die Stadthalle aktuell am richtigen Standort untergebracht?

Die Standortfrage steht für uns nicht an erster Stelle. Wir glauben nicht, dass die Halle zwangsläufig im Ostviertel stehen muss. Die Abonnenten von morgen und übermorgen sind mobil genug, um für Konzertbesuche auch in andere Stadtteile zu gelangen. Dort könnte man ebenfalls gute Gastronomieangebote schaffen. Prinzipiell ist der jetzige Standort ein schöner zentraler Platz für einen Konzertsaal, allerdings mit eingeschränkter Erreichbarkeit: schlechte Anbindung an den ÖPNV, insbesondere auch für die Besucher aus der Region, eine aktuell unhaltbare Parkplatzsituation. Die Probleme der angedachten Tiefgarage, die allerdings zusätzliches Geld kosten und deren Anfahrt durch Wohngebiete führen würde, lassen derzeit Zweifel an der Realisierbarkeit aufkommen.

Was spricht für eine Sanierung der jetzigen Stadthalle?

Nach den offiziellen Verlautbarungen der Stadt der Zeitfaktor und die Nachhaltigkeit, vorhandene Bausubstanz erhalten zu können. Der Umfang der tatsächlichen Veränderungen an dem derzeitigen Baukörper der Stadthalle – es bleibt außer der Betonkonstruktion wohl nichts von der alten Stadthalle übrig – und die nunmehr deutlich veränderten Aussagen zum Terminablauf lassen uns allerdings zweifeln: Entspricht die Bausubstanz tatsächlich heutigen Anforderungen und Normen? Und drohen im weiteren Ablauf nicht neue Kosten- und Terminüberschreitungen?

Was spricht für einen Neubau?

Die erheblich größere Gestaltungsfreiheit in allen Bereichen, die über die Qualität und damit den Erfolg einer Stadthalle entscheiden: Ein akustisch einwandfreier Saal, eine neu konzipierte Bühne und eine flexiblere Saalnutzung … Für das GSO entscheidend ist weniger die Frage „Sanierung oder Neubau“, sondern die Notwendigkeit einer tragbaren Interimslösung: Bisher hatten sich das GSO und sein Publikum auf zwei Spielzeiten (wie zum Zeitpunkt der Schließung der Stadthalle avisiert) eingestellt, in denen sie auf die Hauptspielstätte Stadthalle in dem für Publikum und Orchester gewohnten Umfeld verzichten müssen. Unabhängig von der Entscheidung Sanierung oder Neubau stehen wir vor einer Herkulesaufgabe, wir müssen uns für fast vier Spielzeiten neu erfinden! Und wir sind dabei auf vernünftige Rahmenbedingungen angewiesen: die enge Kooperation mit der Lokhalle, der Universität, dem Deutschen Theater und der Sparkassenarena und anderen.pek

Von Peter Krüger-Lenz

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