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Regional Göttinger Symphonie-Orchesters huldigt dem Frühling
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17:45 21.04.2014
Hingebungsvoll: das Göttinger Symphonie-Orchester unter Christoph-Mathias Mueller spielt die Frühlingsouvertüre von Hermann Goetz. Quelle: Heller
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Göttingen

Im vergangenen Jahr gab’s das zum ersten Mal, und eine gut gefüllte Stadthalle bewies auch am diesjährigen Ostersonntag, dass GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller mit seiner Idee eines Frühlingskonzerts eine Marktlücke füllt.

Das Rezept ist einfach, ähnlich wie bei den Neujahrskonzerten: eine gute Portion Beschwingtes aus der Werkstatt von Johann Strauß & Co., gemischt mit einigen besinnlichen Anteilen, das Ganze mit einem erkennbaren roten Faden, der das Programm thematisch zusammenhält. Dazu gehören – Spezialität von Mueller – eine paar Raritäten, die auch fleißigsten Konzertgängern unbekannt sind.

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Natürlich ist das österliche Thema der Frühling. Dem huldigte gleich zu Beginn der fast vergessene Schumannianer Hermann Goetz (1840-1876) mit seiner Frühlings­ouvertüre op. 15 ebenso wie der Smetana-Dvořák-Kollege Zdeněk Fibich (1850-1900) in seinem besonders einfallsreichen symphonischen Bild „Der Lenz“ op. 13.

Als liebenswürdig-virtuoses Hauptstück vor der Pause ergänzte das Flötenkonzert op. 283 des Leipziger Romantikers Carl Rei­necke (1824-1910) das Programm. Hier lief die GSO-Soloflötistin Bettina Bormuth zu großer Form auf. Sie gestaltete ihren Solopart sehr souverän mit wunderschönem Ton, blühenden, weitgeschwungenen melodischen Bögen und mit anrührender Empfindsamkeit.

„Luftig und duftig“ war nicht nur der Titel einer Schnellpolka von Eduard Strauß, sondern zugleich Kennzeichen der Art und Weise, mit der Mueller seine ausgeruht-konzentrierten Instrumentalisten die weiteren Strauß-Werke gestalten ließ, die zarte Veilchen-Polka und das mediterrane Melodienbukett des Walzers „Rosen aus dem Süden“ von Johann Strauß.

Gleich drei Zugaben waren, nötig, um der Begeisterung des Publikums zu entsprechen: „Unter Donner und Blitz“ und „Furioso-Polka“ von Johann Strauß und – zart sommerlich besänftigend – die Polka Mazur „Die Libelle“ von Josef Strauß.

Von Michael Schäfer