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Regional Weihnachtliches mit großen und kleinen Ensembles
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14:38 20.12.2018
Homogener Stimmklang: Universitätschor unter Ingolf Helm in der Universitätskirche St. Nikolai.
Homogener Stimmklang: Universitätschor unter Ingolf Helm in der Universitätskirche St. Nikolai. Quelle: Michael Schäfer
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Göttingen

Das Besondere an diesen Konzerten ist ihr vielseitiges Programm. Denn es präsentieren sich nicht nur die üblichen großen Klangkörper, sondern auch kleinere Formationen, die selbstständig ihre Beiträge vorbereiten – wohlgemerkt neben den üblichen wöchentlichen Proben und dem Studium. Den Rahmen bildeten drei Beiträge des rund 60-köpfigen Universitätschores unter der Leitung von Ingolf Helm, dazwischen traten Vokal- und Instrumentalensembles in den verschiedensten Besetzungen auf.

Zur Eröffnung sang der Unichor die sechsstimmige Psalmvertonung „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ SWV 348 aus der Geistlichen Chormusik von Heinrich Schütz, in der sich der Glanz der jugendlichen Sopranstimmen mit dem gut besetzten Alt, den hell timbrierten Tenören und dem zuverlässigen Fundament der Bässe zu einem ansprechend homogenen Klang vermischte. Etwas weltlicher der anschließende Streichquartett-Beitrag von vier Mitgliedern des Universitätsorchesters: Sie präsentierten zwei Tänze aus Tschaikowskys Nussknacker-Suite in einer spritzigen Bearbeitung von Zoltan Kocsis.

Vorwiegend unterhaltsame Sätze

Zwölf Sängerinnen und Sänger des Unichores hatten sich zu einem Kammerchor zusammengefunden. In vier vorwiegend unterhaltsamen Sätzen besangen sie zum hellen Vergnügen des Publikums nicht nur den Tannenbaum, sondern auch Rentier Rudolph und „Mister Santa“, eine zur Jahreszeit passend umgedichtete Fassung des Hits „Mister Sandman“. Gitarrist Nenad Svilar hatte ein anrührendes katalanisches Weihnachtslied mitgebracht und spielte darauf zusammen mit der virtuosen Flötistin Aylin Balikaclayan den ersten Satz „Bordell 1900“ aus Astor Piazzollas „Histoire du Tango“. Das hat zwar nichts direkt mit Weihnachten zu tun, bestach aber durch die Souveränität und rhythmische Finesse, mit der das Duo diese kleine musikalische Delikatesse darbot.

Die Mittellinie des Abends markierte der Gesamtchor mit dem stimmungsvollen Chorsatz „Maria durch ein Dornwald ging“ von Günter Raphael, gefolgt von einem klangschönen (wenn auch kompositorisch nicht unbedingt besonders einfallsreichen) Duo für Violine und Viola von Jean Sibelius, überzeugend vorgetragen von Wong Tsz und Florian Ertz. Ein achtköpfiger Männerchor aus Mitgliedern des Unichores hatte drei weihnachtliche Stücke mitgebracht, in denen sie ihren kultivierten, sehr schön samten timbrierten Stimmklang vorführten. Mit dem ausdrucksstark vorgetragenen Kopfsatz aus Borodins zweitem Streichquartett stellte sich eine zweite Quartettformation des Uniorchesters vor, bevor der Gesamtchor mit Bachs Choral „Ich steh an deiner Krippen hier“ eine bewegende akustische Vorschau auf den 6. Januar lieferte. Dann wird der Chor im Universitätsgottesdienst die sechste Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium aufführen, der dieser Choral entstammt. Prasselnder Applaus, die Zugabe ein kleines Weihnachtsgeschenk: „Es ist ein Ros entsprungen“.

Weitere Konzerte

Die nächsten Termine: Universitätsgottesdienst am Sonntag, 6. Januar, um 11.30 Uhr in St. Nikolai mit der 6. Kantate aus Bachs Weihnachtsoratorium mit dem Unichor und zu Semesterschluss am 1. und 2. Februar um 19 Uhr in St. Paulus die „Messa di Requiem“ von Giuseppe Verdi mit Unichor und Uniorchester.

Von Michael Schäfer

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