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Regional Widmann und die Drogen
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12:31 26.05.2016
Götz Widmann in der Tangente in Göttingen.
Götz Widmann in der Tangente in Göttingen. Quelle: PH
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Göttingen

Einige seiner Fans nennen ihn auch „Weedman“. Nicht verwunderlich, denn in seinen Texten besingt Götz Widmann Haschisch und plädiert für dessen Legalisierung. In „Die Zaubersteuer“ liefert der Sänger mit abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre gleich das Rechenbeispiel für die ökonomischen Vorteile einer Legalisierung. Dem volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen sei mehr gedient, wenn Drogenfahnder Terroristen jagten, Arbeitsplätze verteilt und Steuern mit einem Lächeln im Gesicht beglichen würde.

Zur Person

Der Liedermacher Götz Widmann, Jahrgang 1965, war schon häufig zu Gast in Göttingen, früher im Café Kreuzberg, inzwischen meist in der Tangente, eingeladen von dem Verein „Kreuzberg on Tour“. Mit seiner Ehefrau, der Schweizerin Sabia Widmann, betreibt er das Label „Ahuga!“, mit dem Götz Widmann junge Kollegen fördert wie den Liedermacher Falk, den er gerne als Support mit auf seine Touren nimmt.   pek

Neben den Drogen widmet sich Widmann, der seinen Gesang mit der Gitarre begleitet, auch aktuellen Debatten. Bei der Einwanderung spricht er sich für die Frauenquote aus. „Eine der wichtigsten Ursachen für Fremdenhass ist sexuelle Frustration“, analysiert Widmann halb scherzend, halb ernsthaft. Das Protestlied „Für euch“ gegen die Generation junger Menschen, die sich nur für ihre Spielkonsolen interessieren, bringt Widmann schon bei der Ankündigung in Verlegenheit. Das Publikum, überwiegend bestehend aus 20- bis 30-Jährigen, beschwichtigt er: „Ich beschimpf euch jetzt die nächsten drei Minuten, aber für mich verkörpert ihr die intelligent-sympathische Minderheit.“

Als Support hat der bekennende 50-Jährige seinen jungen Musiker-Kollegen Falk aus Berlin mitgebracht. Mitten im Konzert überlässt Widmann ihm die Bühne. Falk erweist sich dieser Gunst mit pointierten Texten und beißendem Humor mehr als würdig. Falks Solo-Konzert in Göttingen im November ist sicherlich einen Besuch wert.

Drei Stunden spielte und sang Widmann für sein Publikum, das dichtgedrängt auf dem Boden vor der Bühne saß. Die Zugaben summierten sich zu einer zweistelligen Zahl. Ob politisch oder vulgär, Widmanns Lieder sind immer unterhaltsam.

Von Jorid Engler