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Regional „Good Vibrations“ mit dem Göttinger Symphonie Orchester
Nachrichten Kultur Regional „Good Vibrations“ mit dem Göttinger Symphonie Orchester
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18:27 15.09.2014
„Good Vibrations“ im Hörsaal der Fakultät für Physik: Das Göttinger Symphonie Orchester. Quelle: Heller
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Göttingen

Humorvoll moderiert von GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller und Arnulf Quadt vom Physikalischen Institut, gingen Musik und Wissenschaft dabei eine überaus unterhaltsame Liaison ein.

Die Besucher füllten den Hörsaal am späten Sonntagnachmittag zu gut zwei Dritteln. Denn zu hören, zu sehen und zu staunen gab es eine Menge. So war es für Teilchenphysiker Quadt und sein Team kein Problem, Töne und Klänge, ja Musik sichtbar zu machen: Da zuckten Flammen im Discorhythmus, malten Sandkörner unter Beschallung Blüten- und Sternenmuster auf eine Metallplatte.

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„Alles eine Frage der Schwingung“, sagte der Wissenschaftler, und ließ eine glibberige Masse auf einer Lautsprechermembran einen Tanz vollführen. Begeisterten Applaus rief auch seine Einlage von „Smoke on the Water“ auf dem Laserstrahl-Bass hervor.

Alternierend mit den Experimenten spielte das GSO unter Leitung von Mueller die Sätze aus der „Capriol-Suite“ des englischen Komponisten Peter Warlock: Eine eingängige, reich instrumentierte Musik, die auf alten Renaissance-Tänzen basiert. Die Bläsersektion des Orchesters bekam dann noch eine spezielle Aufgabe. Der Griff zur Flasche diente in diesem Fall der Kunst, und ein entzückendes Bläserquintett verdankte seine Melodie der unterschiedlichen Füllhöhen des Wassers in den Getränkeflaschen.

Kennzeichnend für die Veranstaltung war die geschickte Einbeziehung der Besucher. So wurde die Laufzeit des Schalls mit Hilfe von Papiertüten überprüft, die die Besucher wie eine Brötchentüte knallend platzen ließen. Den Haupt-Knalleffekt jedoch hatten sich die Akteure für den Schluss aufgespart: Da feuerten die Physiker mit ihren Wundermitteln zu den Klängen der Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauß lila leuchtende Nebelringe durch den Saal – zur hellen Begeisterung des Publikums.

Von Matthias Körber