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Regional Grave Digger sind Headliner der Full Metal Mensa in Göttingen
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17:39 14.06.2019
Grave Digger kommen mit ihrem aktuellen Album „the Living Dead“ in die Full Metal Mensa. Quelle: r
Göttingen

„In den vergangenen Jahren hatten wir härtere Bands als Headliner“, sagt Horst Reinert vom Kulturbüro. Deshalb habe sich das aus fünf Leuten bestehende Auswahlgremium für dieses Jahr überlegt, etwas anderes zu machen und eine Band aus dem traditionellen Heavy Metal zu verpflichten. Durch die Anbindung an das Kulturticket kämen auch viele Besucher, die „nicht unbedingt Hardcore sind“. Beim Headliner Grave zum Beispiel seien vor drei Jahren die Zuschauer vermehrt gegangen, weil der Auftritt doch sehr speziell gewesen sei. Im Gegensatz dazu seien bei Napalm Death 2018 die meisten bis zum Ende geblieben.

Full Metal Mensa mit Grave als Headliner

Sechs Bands am Start

„Wir haben am 16. November wieder sechs Bands am Start“, erzählt Reinert. Davon kämen drei aus der Region. Zwei weitere stammen aus dem Pool an Bewerbungen für das Festival. Mittlerweile seien auch viele aus dem Ausland dabei. „Hinter dem Headliner müssen wir schon hinterher rennen“, sagt Reinert. Die Auswahlgruppe stelle eine Liste zusammen, die dann abgearbeitet wird. „Manche müssen wir streichen, weil sie für uns unbezahlbar sind.“ Für Napalm Death habe man im vergangenen Jahr schon vergleichsweise tief in die Tasche gegriffen. Doch es habe sich gelohnt, denn die Mensa sei zum ersten Mal mit 1000 Zuschauern ausverkauft gewesen. Während in den Vorjahren viele Karten an der Abendkasse verkauft wurden, seien 2018 die meisten bereits im Vorverkauf weggegangen.

Grave Digger mit „Heavy Metal Breakdown“

Grave Digger zählen zu den Urgesteinen des deutschen Heavy Metal. 1984 kam das erste Album „Heavy Metal Breakdown“ auf den Markt. Das Titelstück spielt die Band immer noch zum Abschluss ihrer Auftritte als letzte Zugabe. Von der Ursprungsformation ist allerdings nur noch Sänger Chris Boltendahl geblieben. Sein Markenzeichen ist außer der markanten Stimmer vor allem die deutsche Akzent in den englischen Texten.

Die Band baute in den 1980er-Jahren mit den Folgealben „Witch Hunter“ und „War Games“ rasch eine Fangemeinde auf. Doch noch schneller vergraulten die Musiker ihre Fans auch wieder, als sie sich unter dem Namen Digger mit dem vierten Album „Stronger than ever“ 1987 vom Metal zum Mainstream orientierten. Der Erfolg blieb aus und die Band löste sich auf.

Neustart

1991 folgte der Neustart. Zurück zum alten Namen und zum Metal. Das Comeback gelang. Schon mit dem 1995er-Album „Heart of Darkness“ waren Grave Digger diesmal tatsächlich stärker als je zuvor. Mit dem Nachfolger, dem Konzeptalbum „Tunes of War“, auf dem sie die Geschichte Schottlands erzählen, ging die Erfolgsgeschichte der zuvor schon Totgeglaubten erst richtig los. Und zur Belohnung wurden Boltendahl und Co. sogar von einem schottischen Clan zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Grave Digger: „Tunes of War“

Konzeptalben wurden ein Markenzeichen der Band. Auch das aktuelle Werk, das mittlerweile 20., ist ein solches. Um wen es dabei geht, verrät der Titel „The Living Dead“: Zombies und ihre Jäger. Und zum „Zombie Dance“ werden Grave Digger ihre Fans auch in der Full Metal Mensa auffordern.

Grave Digger: „Zombie Dance“

Weitere Bands, die vom Kulturbüro bekannt gegeben wurden sind Aephanemer aus Toulouse, Burden of Grief aus Kassel und die Göttinger Architects of Aeon. Ganz frisch hat Reinert am Freitag den Namen der fünften Band verraten: One more Word aus Hamburg, die nach eigenen Angaben Modern Metal(core) spielen.

One more Word: „Alienated“

Der Vorverkauf für die sechste Full Metal Mensa am 16. November beginnt am 1. Juli. „Wir müssen die Preise in diesem Jahr leicht anheben“, sagt Reinert. 18 Euro werden die Karten vorab kosten.

Von Rüdiger Franke

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