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Regional Extreme Musik mit Exhumed, Rotten Sound, Implore und Depravation
Nachrichten Kultur Regional Extreme Musik mit Exhumed, Rotten Sound, Implore und Depravation
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00:29 25.04.2018
Während der "Grind Over Europe II"-Tour spielt die Band Rotten Sound im Göttinger Haus der Kulturen.
Während der "Grind Over Europe II"-Tour spielt die Band Rotten Sound im Göttinger Haus der Kulturen. Quelle: Rüdiger Franke
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Göttingen

In Göttingen begann die zweite Hälfte der Tournee für Exhumed, Rotten Sound und Implore. „An jedem Abend spielt eine vierte Band, die jeweils nur bei dem einen Konzert dabei ist“, erzählte Christian Prasse von der Moshpit Crew Cassel, die gemeinsam mit den Göttinger Initiativen Underground Remains, Moshroom Events und Music Parasites das Event nach Göttingen geholt hatte. „Bands konnten sich bewerben für einen Auftritt in ihrer Nähe“, erklärte Depravation-Sänger Jonas. Die Gießener entschieden sich für das 130 Kilometer entfernte Göttingen und erhielt den Zuschlag.

Hier gibt es Bilder vom Konzert:

Exhumed, Rotten Sound, Implore und Depravation haben im Haus der Kulturen in Göttingen gespielt.

Depravation als Zusatzband

Die Idee, einer regionalen Band eine Auftrittsmöglichkeit zu verschaffen stammte von der Band Rotten Sound, berichtete Implore-Gitarrist Markus Matzinger. Die Auswahl habe unter anderem Rotten-Sound-Sänger Keijo Niinimaa. „Für uns ist das eine tolle Möglichkeit, mal vor einem größeren Publikum zu spielen“, sagte der Depravation-Sänger. Die Band durfte den Göttinger Zuhörern sieben Stücke präsentieren, darunter ihre beiden neuen „Moloch“ und „Cotard“.

„Große Chance“ für Implore

Auch Implore-Sänger und -Bassist Gabriel „Gabbo“ Dubko bezeichnete die Tour-Teilnahme als „große Chance, mehr Leute zu erreichen“. Schließlich gebe es Exhumed und Rotten Sound bereits seit den 90er-Jahren. „Die Bands sind die Urväter des Grind“, sagte Gitarrist Markus. Er sei bereits seit Ewigkeiten Rotten-Sound-Fan. Exhumed habe er erst auf der Tour kennengelernt. Implore spielten in Göttingen acht der 14 Stücke ihres aktuellen Albums „Subjugate“ sowie vier ältere Lieder.

Rotten Sound mit eigenem Stil

Bei Rotten Sound wechselte der Implore-Gitarrist vor die Bühne, zückte sein Handy und machte ein Video des Auftritts. Die Finnen boten einen Querschnitt durch ihr bisheriges Schaffen. Im Lauf der Jahre hat das Quartett einen eigenen Stil entwickelt, lassen zwischen den schnellen Grindcore auch langsame Doompassagen einfließen.

Exhumed mit Kettensägen-Showeinlage

Zum Abschluss des Abends kommen Exhumed auf die Bühne. Das 1991 gegründete amerikanische Quartett drückt noch einmal richtig auf’s Gaspedal, nachdem das gruselig einstimmende Intro ihres aktuellen Albums „Death Revenge“ verstummt ist. In puncto Showeinlage haben die Kalifornier auch wieder ihren Kettensägen schwingenden Showact am Start, der sich ins Publikum stürzt und über die Köpfe der Fans surft.

Gemeinsam statt gegeneinander

„Wir haben mittlerweile ein Stammpublikum“, sagt Christopher Halt, der gemeinsam mit Martin Pilz, Alexander Kriegel und Maximilian Brodhun auch das Underground Remains Open Air organisiert. „Deshalb können wir immer mal bekanntere Bands nach Göttingen holen.“ Da mit der Moshpit Crew Cassel eine Freundschaft bestehe, spreche man sich ab, wer wann welche Konzerte mache. „Und dieses haben wir eben gemeinsam veranstaltet“, so Prasse. Für Göttingen als Ort hätten sie sich entschieden, da Exhumed im vergangenen Jahr in Kassel gespielt hatte. „Es ist ein Miteinander und kein Gegeneinander“, erläutert Prasse. „So können wir unsere Kompetenz bündeln.“

Entscheidung für die Musik

„Wir machen nur, was uns selber gefällt“, sagen die lokalen Konzertveranstalter in Bezug auf die Auswahl der Bands. Das ist auch das Motto von Implore-Gitarrist Markus Matzinger. „Ich ziehe vor, das zu machen, was ich liebe, als irgendwo 40 Stunden bei der Arbeit zu stehen.“ Er hat sich komplett für die Musik entschieden. Er spielt in mehreren Bands und arbeitet in einem Studio. Allerdings sei es für Bands in der klassischen Besetzung Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug schwieriger geworden zu touren. „Die Leute scheinen das Interesse zu verlieren, auf Konzerte zu gehen“, sagt er. „Besonders, wenn Du als Band noch keinen Namen hast.“

Markus Matzinger von Implore Quelle: Rüdiger Franke

Unterwegs mit Katy Perry

Implore haben sich der extremen Musik verschrieben. „Unser Musikgeschmack ist aber sehr breit gefächert“, sagt Matzinger. Die Bandbreite reiche von Pop bis Grind. „Ich liebe zum Beispiel die Red Hot Chili Peppers“, erzählt er. Ihm gefalle, wie sie ihre Musik umsetzen. „Und im Auto hören wir regelmäßig Katy Perry“, verrät er. Wichtig sei nicht, zu welcher Musikrichtung ein Stück gehöre, wichtig sei nur, ob es gut ist.

Von Rüdiger Franke

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