Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Großartiger Ausklang mit Mozart-Requiem
Nachrichten Kultur Regional Großartiger Ausklang mit Mozart-Requiem
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:06 21.11.2010
Beeindruckendes Zusammenspiel: Jakobi-Kantorei und GSO im Abschlusskonzert der Orgeltage in der Jakobi-Kirche.
Beeindruckendes Zusammenspiel: Jakobi-Kantorei und GSO im Abschlusskonzert der Orgeltage in der Jakobi-Kirche. Quelle: Heller
Anzeige

Unter der Leitung von Stefan Kordes spielten das Göttinger Symphonie Orchester mit der Kantorei St. Jacobi, Organist Martin Sander und den Solisten Anna Gann (Sopran), Nicole Dellabona (Alt), Jörn Lindemann (Tenor) und Konstantin Heintel (Bass).

Die Orgelsymphonie von Camille Saint-Saëns und das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart haben weltweit höchsten Berühmtheits- und Beliebtheitsgrad. Saint-Saëns demonstriert in der Symphonie Nr. 3 einen Sinn für musikalischen Gigantismus. So setzt das Werk beispielsweise neben der Orgel eine ausgesprochen üppige Instrumentation, wie dreifache Holzbläser und vierhändiges Klavier, voraus. Die Spannung wird dabei nicht nur durch harmonische Meisterkniffe erlangt, sondern auch durch variierende Tempi und Dynamik.

Kordes war stets darum bemüht diese Kontraste herauszuarbeiten, doch hätte man sich zu Beginn des Stücks höhere Präsenz von Seiten des Orchesters gewünscht. Spätestens mit Einsatz der Orgel, die ganz leise zum Orchesterklang dazu tritt, wurde das Bild durch ein besseres Zusammenspiel geprägt und so das Allegro und Maestoso zu einem wahren, meisterhaften Hochgenuss.

Auch in dem Requiem überschreitet die Besetzung die Konvention, setzt Mozart neben Chor und klassischem Orchester die Orgel als Basso Continuo und vier Solovokalisten ein. Mozart hat an diesem Werk ohne es zu vollenden bis zu seinem Lebensende gearbeitet, so dass seine Frau Constanze andere Komponisten beauftragte das Werk zu beenden.

In der Interpretation des Requiems setzte Kordes ungewöhnlich hohe Tempi voraus, die dem Werk einen weniger getragenen Charakter verliehen, was in der hallenden Akustik der Jakobi-Kirche kein ganz leichtes Unterfangen ist. Immer wieder motivierte Kordes Chor und Orchester und ließ das beherzt gesungene Sanctum und Benedictum als Höhepunk wirken. Die verschiedenen Klangfarben der Solostimmen, von denen insbesondere Tenor Jörn Hallmann mit seinem offen, klar vorgetragenen Part bestach, passten sich sehr gut in das musikalische Fundament ein. Ein großartiger Ausklang der Orgeltage.

Von Rhea Maria Richter