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Regional Concerto Foscari erobern junges Publikum
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17:47 25.05.2019
Die Formation Concerto Foscari spielt klassische Musik zum Mitmachen. Quelle: Scharf
Göttingen

Zahlreiche kleine Kinderfüße tippeln schnell aber dezent über den Boden der Alten Fechthalle, während im Hintergrund sechs Saiteninstrumente Barockmusik spielen. Doch die kleinen Zuschauer wollen nicht etwa stören oder sind auf dem Weg zur Toilette. Sie wurden von Maja Hilke dazu aufgefordert, aufzustehen und mitzutippeln.

Schließlich hat das, was sie dort tun ja auch eine Bedeutung: Sie simulieren das Stakkato der Mandoline, der Alon Sariel gerade schnelle Tonfolgen entlockt. Zusammen mit Franciska Anna Hajdu, Pawel Miczka, David Budai, Alon Portal und Lisa Schweiger ist er der saiteninstrumentierte Teil des Ensembles Concerto Foscari. Sie haben es sich an diesem Sonnabendnachmittag zur Aufgabe gemacht, dem Publikum ganz im Sinne des Mottos der diesjährigen Händel-Festspiele „Magische Saiten“ ihre Instrumente näher zu bringen.

Alon Sariel und Franciska Anna Hajdu im Zusammenspiel. Quelle: Scharf

Die Instrumente sind die Stars

„Manchmal laut und manchmal leise...“, so moderiert Hilke, die mit Sariel auch das Konzept für das Konzert entwickelt hat, singend jedes einzelne Instrument und seine Besonderheiten an. Wie klingt ein Cemballo, wie eine Viola da Gamba? Was ist eine Oud und was ein Violone? Wann werden die Saiten gezupft, wann geschlagen oder mit dem Bogen gestrichen? All diese Fragen beantwortet das Ensemble spielerisch und transportiert beinahe nebenbei die Musik des Barock.

So wechseln sich Auszüge aus Johannes Schencks Sonata terza mit Georg Philipp Telemanns La Bizarre. Henry Purcell folgt auf Georg Friedrich Händel. Bei Bedarf zeigen die Musiker auch, dass sie aus ihren Instrumenten jüdische oder ungarische Folklore herauskitzeln können. All das ist so entspannt und scheinbar improvisiert vorgetragen, dass die Klasse der Musiker fast in den Hintergrund tritt. Ihre Instrumente sind die Stars des Nachmittags.

Ein Gummiband-Bass

Maja Hilke im musikalischen Dialog mit den Kindern. Quelle: Scharf

Und deshalb bekommt auch jeder Zuhörer selbst eines in die Hand. Ein aus einem einfachen Gummiband bestehender Bass. Der wird allerdings unter Hilkes Dirigat schnell zum festen Ensemblemitglied und gibt den Kindern die Möglichkeit, einmal selbst den Takt anzugeben. Das Zusammenspiel funktioniert spielerisch, die Stimmung wird immer ausgelassener und der abschließende gegenseitige Applaus am Ende fällt herzlich aus.

Mehrmals holen die versammelten Gummibandspieler das Ensemble zurück auf die Bühne. Dem siebenköpfigen Ensemble ist es an diesem Nachmittag eindrucksvoll gelungen, die kleinen und großen Zuhörer ganz auf ihre „Saite“ zu ziehen.

Von Markus Scharf

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