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Regional Publikum feiert Christophe Dumaux
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00:20 28.05.2019
Galakonzert mit Christophe Dumaux. Quelle: r
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Göttingen

Eine prickelnde Vorfreude auf das Galakonzert ist am Freitagabend schon in den langen Publikumsschlangen der Händel-Fans vor der Jacobi-Kirche zu spüren. Gleichzeitig zieht der Schützenumzug durch die Weender Straße. Das ist der Mai in Göttingen.

Nachdem auch der letzte Platz in der Jacobi-Kirche in Beschlag genommen ist, tritt der charismatische Countertenor Christophe Dumaux vor das Festspielorchester (FOG) mit seinem künstlerischen Leiter Laurence Cummings. Schon nach den ersten Tönen der Arie „Dover giustizia, amor“ aus Händels Oper Ariodante (HWV 33) – begleitet von dem leichten und federnden Spiel des FOG – ist der Boden für musikalischen Genuss auf höchstem Niveau bereitet.

Wohl jeder in der Kirche ist zu diesem Zeitpunkt glücklich darüber, dass noch Arien aus fünf weiteren Händelopern auf dem Programm stehen. Die unterschiedlichsten Gefühlslagen transportiert Dumaux stimmlich, aber auch mimisch und gestisch. Ein wahrer Ohren- und Augenschmaus ist die Arie „Ah stigie larve“ aus Orlando (HWV 31). Der Titelheld ist durch seine vergebliche Liebe zu Angelica von Wut und Verzweiflung erfüllt und macht sich rhetorisch und dramatisch Luft. Temperamentvoll fährt sich Dumaux zu Beginn der Arie durch sein dunkles Haar, reißt die Augen auf – und sowohl seine Präsenz als auch seine einzigartige Stimme erleuchten im Bruchteil von Sekunden auch den finstersten Winkel der Kirche.

Bei allem Lob für den Countertenor darf die gleichgestellte Rolle des Festspielorchester an diesem Abend nicht vernachlässigt werden, denn auch in den ausgewählten Instrumentalwerken kommt die rhetorische Dramatik nicht zu kurz. Durch die Gegenüberstellung von Solo- und Tuttiteilen mit wechselnden Instrumenten und dem Dialog einzelner Stimmen entsteht eine Dialogwirkung, so in Händels kraftvoll und fulminant vorgetragenem „Concerto grosso Nr. 8 c-Moll“ (HWV 326). In den sechs recht gegensätzlichen Sätzen ziehen sich auffallend Motive durch das Werk oder werden in einer Art musikalischem Gespräch organisch weiterentwickelt.

Im Gegensatz dazu findet man in Telemanns „Concerto F-Dur“(TWV 53:F1) stärkere, blockartige Kontraste und drei großartige – im Stehen spielende – Soloviolinen, allen voran: Elizabeth Blumenstock. Mit einer atemberaubenden Präzision und Virtuosität begeistert die amerikanische Konzertmeisterin das Publikum.

Nach einer kurzen Pause draußen in der Abendsonne geht es mit Christophe Dumaux und der Arie „Aure, deh, per pietà“ aus Händels Giulio Cesare weiter. Dumaux begeistert mit lupenreinen Koloraturen und seiner differenzierten musikalischen Gestaltung dieser Arie, die die Gefühlslage des neben seinen geschlagenen Truppen aufwachenden Cesares meisterlich transportiert. Bei Johann Sebastian Bachs „Brandenburgischem Konzert Nr. 3“ (BWV 1048) kommt einer der vielen Vorzüge des Festspielorchesters besonders zum Tragen: Das vielen Klassikfans so bekannte und vertraute Stück wirkt auf einmal auf wundersame Art fremd, als hörte man es zum ersten Mal. Was für eine Qualität dieses internationalen Spitzenorchesters, dem man die Freude über das jährliche Wiedersehen bei den Internationalen Händel-Festspielen nicht nur ansieht, sondern auch anhört! Laurence Cummings zeigt erneut sein künstlerisches Multitasking-Talent: Halb stehend, halb sitzend, mal Cembalo spielend, mal dirigierend (ge)leitet er diese Weltklassemusiker durch diese musikalisch und auch optisch atemberaubende Galavorstellung.

Von Marie Varela

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