Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Hamburger Band „Klein“ spielt in Göttingen
Nachrichten Kultur Regional Hamburger Band „Klein“ spielt in Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:03 08.11.2010
Melancholische Popsongs, angereichtert mit Elektronik: „Klein“ im Pools.
Melancholische Popsongs, angereichtert mit Elektronik: „Klein“ im Pools. Quelle: Vetter
Anzeige

Vor der provisorischen Bühne stehen mehrere gemütliche Sitzgelegenheiten, was dem Auftritt den Charme eines Wohnzimmerkonzerts verleiht. Das Trio beginnt mit einem Instrumentalstück, das gleich auf den weiteren Abend einstimmt. Niko Kratzer sitzt an einem minimalistischen Schlagzeug und wird später auch Gesang und Gitarre übernehmen. Cordula Grolle spielt Cello, später wird sie singen und an der Gitarre ihr Können beweisen. Karsten Deutschmann bedient die Regler mehrere Keyboards und zeigt ebenso gute Fertigkeiten an der Gitarre. Melancholische Popsongs erfüllen so den Raum, die mit elektronischen Klängen angereichert werden. Ruhige Balladen, die stimmungsvoll erkennen lassen, dass die Band musikalisch glänzen kann. Das Cellospiel von Grolle ist schwermütig und verträumt und begleitet dabei harmonische Riffs der Gitarren. Dazu gibt es meist einen derben Beat, während Kratzer und Grolle im Duett singen. Beide ergänzen sich wunderbar und sind mehr als nur tonsicher.

Die Musiker sind sehr experimentierfreudig, was das kombinieren von Klängen, Instrumenten und elektronischen Spielereien betrifft. Das Publikum verfolgt das Geschehen mit ehrfürchtiger Ruhe und gebannter Aufmerksamkeit.

Zwischenzeitlich spielen Deutschmann und Grolle noch ein eigenes Set unter dem Duo-Namen „Die Zärtlichkeit des Monsters“. Hier beweisen die beiden genauso wie mit „Klein“, dass sie es schaffen, das Melancholische angenehm klingen zu lassen. Auch wenn die meisten Stücke von „Klein“ eher ruhig sind, zeigt die Band mit dem Song „American Invasion“, dass sie auch anders können: geplantes, asynchrones Durchdrehen, laut in die Runde schreien. Beendet wird der Abend wie er angefangen hat, mit dem gleichen instrumentalen Stück wie zu Anfang, dass noch einmal die ausgezeichneten musikalischen Fähigkeiten der Band aufzeigt.

Von Jascha Grewe