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Regional „Hausboot“ im Fluss der Zeit
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19:20 23.01.2019
Heiner Lürig (r.) und Tino Eisbrenner Quelle: r
Osterode

Um 1990 muss es gewesen sein, erinnert sich Heiner Lürig. Er arbeitete damals mit Kunze zusammen. Da kam die Anfrage, ob sie nicht ein Album mit einem DDR-Sänger und seiner Band produzieren wollten. Die Kooperation mit Eisbrenner kam zustande und hält bis heute. Und Eisenbrenner ist tatsächlich kein Künstlername. Sie hätten ihm zugeredet, dabei zu bleiben, sagt Lürig. „Wenn man schon so einen Namen hat, muss man auch damit auftreten.“

Mehrstimmiger Gesang

Irgendwann sei die Idee entstanden, Lieder zusammen zu schreiben, sagt Lürig. Zwei Alben sind seit 2009 entstanden. Mit dem zweiten – „Fluss der Zeit“ – sind sie derzeit immer mal wieder unterwegs. In Osterode gastieren Lürig und Eisbrenner in einer Vier-Mann-Besetzung – Alejandro Soto Lacoste an Piano, Gitarre und Akkordeon und Oliver Siegmann am Bass – und mehrstimmigem Gesang. So könnten sie „die Songs schön spielen, haben aber wenig Aufwand“, sagt Lürig.

Gerne komponiere er die Musik vor dem Text, sagt Lürig, in der Zusammenarbeit mit Kunze ein Problem. 90 Prozent seiner Texte habe der vor der Musik geschrieben – vor allem die erfolgreichen allerdings nicht, beispielsweise für „Dein ist mein ganzes Herz“ – einer der erfolgreichsten Kunze/Lürig-Titel. Eisbrenner sei hingegen genau der richtige Typ für diese Form des Liederschreibens.

„Mit FDJ-Betreuung dort gespielt“

An der Zusammenarbeit mit Eisbrenner schätzt Lürig, dass sich ihrer beider Lebenserfahrungen in West und Ost ergänzen. Eisbrenner wuchs in der DDR auf und ging dort die ersten Schritte seiner musikalischen Karriere, Lürig erledigte das als gebürtiger Hannoveraner im Westen. 1986 oder 87 sei er das erste Mal in der DDR gewesen und habe „mit FDJ-Betreuung dort gespielt“, erinnert sich Lürig. Damals habe er sich nicht vorstellen können, „dass eine derart massive Grenze schnell verschwinden könnte“.

Unterschiede in den musikalischen Arbeitsweisen zwischen der BRD und der DDR hat Lürig auch ausgemacht. So sei das Vorgehen beim Texten ein anderes, meint Lürig. Die Liedautoren hätten viel mehr mit Bildern gearbeitet und verklausuliert. Aber „die Menschen waren in der Lage, die Bilder zu interpretieren“. Und: „Was wirklich interessant war, hat man im Westen nicht hören können.“

Begabter Erzähler

In Osterode nun werden Lürig und Eisbrenner ihr jüngstes Album „Fluss der Zeit“ vorstellen – aber nicht nur. „Wir mischen Titel aus dem ersten und zweiten Album“, sagt Lürig, „und erzählen Geschichten drumherum. Tino ist ein begabter Erzähler“. Der Poet Eisbrenner textet persönlich und politisch. Lürig komponiert Melodien, zwischen Pop und Folk, kraftvolle Balladen und zarte Pflänzchen und verpasst ihnen manchmal auch einen ordentlichen Country-Einschlag.

Am Sonntag, 24. Februar, sind sie in der Stadthalle Osterode, Dörgestraße 28, zu Gast. Das Konzert beginnt um 18.30 Uhr. Tickets kosten 15 Euro. Sie können in den Tageblatt-Geschäftsstellen, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt erworben werden.

Von Peter Krüger-Lenz

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