Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Helga Lünsmann-Wilson stellt im Göttinger Künstlerhaus aus
Nachrichten Kultur Regional Helga Lünsmann-Wilson stellt im Göttinger Künstlerhaus aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:57 23.04.2014
Von Peter Krüger-Lenz
Sprechen zur Eröffnung über die Bilder: Helga Lünsmann-Wilson und Erhart Schröter. Quelle: Heller
Anzeige
Göttingen

Und wenn man den Bildern schon mal so nahe gekommen ist, offenbaren sich zahlreiche Details, die Lünsmann-Wilson bemerkenswert selbstverständlich eingearbeitet hat. Zuerst einmal überrascht allerdings die erstaunliche Fülle, die die Künstlerin in ihren Blättern unterbringt.

Lünsmann war vier Jahre alt, als sie ihren Vater am Ende des Zweiten Weltkriegs verlor. Sie erlebte ihre Heimatstadt Hannover in Trümmern liegend und habe als kleines Kind sehr ambivalent auf den Schrecken und die Schönheit dieser Ruinenlandschaft reagiert, erzählt sie. Später studierte sie Kunst in Köln und lebte viele Jahre auf den Westindischen Inseln in der Karibik.

Anzeige

Sie bekam drei Kinder und spricht heute von einer schwierigen Zeit. Schon länger lebt sie in der Region, mit ihrer sehr professionellen Kunst hat sie nie im Blickpunkt gestanden – die ideale Künstlerin für die Reihe „Interview“ also, die Künstler aus der Region präsentieren will, die mehr Aufmerksamkeit verdient haben, als ihnen bisher zuteil wurde, erläuterte Künstlerkollege Erhart Schröter zur Eröffnung.

Viel Popkultur

Lünsmann-Wilson gelingt in ihren Bildern Erstaunliches. Sie verbindet persönliches Erleben und individuelle Traumwelten mit Zeitgeschehen. Sie verarbeitet inneres Bewegen zusammen mit Tagespolitik. Eine solche Melange gelingt Künstlern nicht oft.

Dabei beginnt alles mit zwei sich kreuzenden Diagonalen und einem winzigen roten Punkt an der Schnittstelle. Über Wochen füllt die Künstlerin dann die Bildfläche mit weiteren Punkten, die sie mit Tusche und Feder setzt. Viel Popkultur scheint darin verborgen, viel Underground und Comic. Dabei ist alles doch einzig die reichhaltige und bunte Welt von Helga Lünsmann-Wilson.

Bis Sonntag, 11. Mai, dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags von 11 bis 16 Uhr im Künstlerhaus, Gotmarstraße 1.

Mehr zum Thema

Armin Müller-Stahl gilt als Mehrfachbegabung. Er ist Hollywood-Schauspieler, akzeptabler Geiger und malt dazu ausgesprochen passabel. Auch der Göttinger Ulrich Schiller ist offenbar mehrfach begabt. Der renommierte Humanmediziner im Ruhestand hat Zeit seines Lebens auch künstlerisch gearbeitet.

Peter Krüger-Lenz 26.03.2014

Fischbeine vielleicht. Das Bild zeigt zwei Oberschenkel vor grauem Hintergrund. Ein unbestimmter Ort, der nicht den kleinsten Hinweis gibt. Auf der Haut ist ein Gitter zu sehen. Helle Abgrenzungen und rote Flächen lassen die Körperteile merkwürdig fremd erscheinen. Wie ein Fisch. Wie eine Phantasiegestalt aus Mensch mit Fischschuppenhaut.

17.02.2014

Ein Satz, den jeder kennt: Es ist, wie es ist. Aber warum eigentlich? Viel mehr ist es doch der Zufall, der die Welt und das Leben darauf bestimmt.

14.02.2014