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Regional Impala Ray mit mitreißender Show
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18:30 29.11.2019
Impala Ray in der Musa. Quelle: Jörg Linnhoff
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Göttingen

Ihre Fans nennen sie liebevoll „Impalas“ nach einer in Afrika beheimateten Antilopengattung. Das Quartett Impala Ray kommt aus München und streut von dort seinen sehr speziellen Bay-Folk über die Lande. Den servierten sie mit Hackbrett, Tuba und afrikanischen Rhythmen zu einem sehr eigenen Klangerlebnis und einer mitreißend tanzbaren Live Show in der Musa.

Verliebt in einen Kontinent

Als Sänger und Gitarrist Rainer „Ray“ Gärtner 2014 seiner Büroarbeit den Rücken kehrte und Impala Ray gründete, spielte er anfangs in Parks, an der Isar und im Waschsalon. Aber schon bald ging die Reise in andere Gefilde. Nachdem er nach dem Abitur schon einige Monate in Nairobi an einer deutschen Schule verbracht und dort auch Suaheli gelernt hatte, verliebte er sich in den Kontinent und reiste 2019 für einen Sommer erneut nach Kenia. Das aktuelle Album „Jangwar Summers“ ist eine Art Reisetagebuch und Sozialstudie zugleich über die junge Generation des aufstrebenden Kontinents. „Jangwar“ ist Suaheli und heißt „Wüste“.

Stimmen von Kindergesängen in fremder Sprache kommen aus den Boxen, bevor „Impala Crush“ zu afrikanisch anmutenden Rhythmen gleich voll in die Beine fährt. Die Musiker improvisieren herrlich im Wechsel mit ihren Stimmen, Tuba und Drums geben den schwungvollen Takt vor. Die tiefen Tonlagen von Nicola Missels Tuba kontrastieren wunderbar mit den feinen, hellen Klängen des Hackbretts von Carmen Unterhofer. Fetzige Akustikgitarrenriffs und der kraftvolle, variable Gesang von Gärtner zu den vorwiegend basslastigen dumpfen Drums von Dominik Haider vervollständigen den Sound von Impala Ray. Die versprühen eine ansteckende Feierstimmung und galoppieren flink wie Antilopen durch ihre Songs.

In neuen Schuhen loslaufen

Das schwungvolle „New Shoes“ handelt von dem inspirierenden Gefühl, den ein Neustart haben kann und steht als Metapher dafür, in neuen Schuhen loszulaufen, um das alte, dunkle Leben hinter sich zu lassen. Gärtner erzählt dazu ausführlich von seinem Sommer in Nairobi, der die Grundlage des neuen Albums bildet. Dort habe er junge Balletttänzerinnen beobachtet, wie sie sich selbst neue Ballettschuhe bastelten.

Mit intensiver Leidenschaft lebt Gärtner seine Songs, die auch einen Hauch von Seemannsliedern in sich tragen. Stücke wie „Neon Skies“ oder „Napa“ versprühen Sehnsucht nach Weite, Freiheit und Horizont. Schon auf dem 2016 erschienenen Album „From the valley to the sea“ ging es um das Reisen.

Freundschaft und Beziehungen

„Gambler“ sei seinem Ur-Großvater aus dem Altmühltal gewidmet, den er nie kennengelernt, aber viele schräge Geschichten über ihn gehört habe, erklärt Gärtner. In dem fetzigen „Encore“ geht es um Freundschaft und Beziehungen. Zarte Klänge vom Hackbrett eröffnen „Maira“, bevor der Rhythmus einsetzt und die Tuba sich in dramatische Höhen schwingt. Tiefe eindringliche Drums zu mehrstimmigem Gesang geleiten in das kraftvolle „Yukon“.

Mit „IO“ schwenken sie auf die Zielgrade ein, um dort noch mal mit dem Publikum zu feiern. Das ist jetzt in Hochstimmung und will mehr. Was dann folgt ist ein zweites Konzert im ersten. Die Band begibt sich mit einem Teil der Instrumente von der Bühne hinab ins Publikum und beginnt den „eigentlich schönsten Teil des Konzertes, wie am Anfang, als sie noch unplugged auf der Straße gespielt haben“, sagt Gärtner. Nach mehreren Songs beenden sie ihren stimmungsvollen Ausklang ganz intim im Kreise der Besucher mit dem zart beginnenden und dann noch mal voll abgehenden „One“. Impala Ray lieferte ein absolutes Konzert-Glanzlicht zum Ende des Jahres.

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Von Jörg Linnhoff

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