Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Emma Langford überrascht mit ansteckender Frische
Nachrichten Kultur Regional Emma Langford überrascht mit ansteckender Frische
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:02 10.05.2019
Kraftvolle und doch sensible Stimme: Die irische Sängerin Emma Langford. Quelle: Jörg Linnhoff
Anzeige
Göttingen

Ihre Stimme sei „wie flüssiges Gold“ schreiben begeisterte Kritiker über sie, „mal sanft, mal aufpeitschend, zugleich kraftvoll und doch sensibel“. Wer am Donnerstag Abend den Weg ins Apex gefunden hatte, konnte sich davon überzeugen, dass all diese Attribute nicht übertrieben sind. Begleitet wurde Langford bei ihrem zauberhaften Auftritt von Alec Brown am Cello sowie dem Perkussionisten Ray Yrure.

Feierlich in Schwarz gekleidet betreten Langford und ihre Musiker die Bühne. Ihr Deutsch habe sie größtenteils wieder vergessen und so liest die Sängerin eine sehr humorige Begrüßung in Deutsch vom Handy ab. Alle ihre Songs seien jedoch in Englisch, fügt sie augenzwinkernd hinzu, aber sie hoffe, dass die Lieder ihre eigene Geschichte erzählen.

Vitalität und Ausdruckskraft

Geschichten hat sie so einige zu erzählen und führt das Publikum charmant und mit viel Humor durch den Abend. „Quiet Giant“ heißt ihr Debutalbum, das mit wunderschön fließenden Kompositionen aufwartet. Auf der Bühne veredelt Langford diese dann zusätzlich mit großer Vitalität und Ausdruckskraft, bei der sie sich auf ihre klare, wandelbare Stimme verlassen kann. Und die wird von ihren Musikern sehr nuanciert in ein zartes Kleid aus Folk, Jazz, Pop und bisweilen auch mal energischeren Rockanklängen gehüllt.

Fast kammermusikalisch instrumentiert sind Lieder wie „You Are Not Mine“ oder „All You Want“. Das Langfords ersten Schwarm gewidmete „Quiet Giant“ oder „Sandman“, in dem die Reflexionen des Mondlichtes auf einem Fluss wie eine Treppe zum Hinaufschreiten laden, kommen dann merklich lebhafter daher. Ihre Texte tragen sehr viel Tiefe und sind teils sehr persönlich, wie in dem energischen „Closed Book“ oder auch mystisch märchenhaft wie in „La Belle And The Ruin“.

Wunderbar harmonierendes Trio

„Arschgeige“ sei ein vielseitig einsetzbares deutsches Wort, dass sie mal sehr zur Irritation einer alten Dame gleich sechs Mal bei einem Konzert in einer Kirche benutzt habe, so Langford schmunzelnd. Sie sucht immer wieder den Kontakt zum Publikum in dem „dunkelsten Saal, den sie je bespielt hätten“. Ganz intim geht es in den zweiten Set, wenn sie zunächst allein auf dem Bühnenrand sitzend mit „The Windy Way Down To Cahersiveen“ ein Lied zu Ehren ihres Großonkels Amos singt.

Mit dem Cover „When You´re Gone“ huldigt sie zum Ende dann noch auf nicht weniger eindringliche Art der vor etwas über einem Jahr tragisch verstorbenen Sängerin der Cranberries. Obwohl sie aus derselben Stadt stammen würden, habe sie mit Dolores O´Riordan jedoch nie gesprochen, ergänzt Langford.

Die ausgelassene Begeisterung des Publikums lockt das wunderbar harmonierende Trio noch zu mehreren Zugaben zurück auf die Bühne.

Von Jörg Linnhoff

Das Stück „Der Kissenmann“ des irischen Dramatikers Martin McDonagh feiert im Theater im OP in Göttingen Premiere. Es erzählt von blutigen Geschichten – und deren wahren Hintergründen.

09.05.2019

In Deutschland genießt Ann Vriend noch nicht die Ehre, die sie international zu spüren bekommt: Denn sie ist preisgekrönt.

09.05.2019
Regional Deutsches Theater Göttingen - Das bringt die neue Spielzeit 2019/2020

Zwischen Klassiker und Uraufführung: Das Deutsche Theater in Göttingen will in der kommenden Saison 21 neue Stücke aufführen – darunter zwei Uraufführungen, Filmstoffe und Musik. Intendant Erich Sidler sieht das DT auf einem guten Weg.

09.05.2019