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Regional Diese Frauen stehen bei „Jazz ohne Gleichen“ auf der Bühne
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15:31 22.08.2019
Auf dem Gelände des Schlosses Rittmarshausen findet das Festival statt. Quelle: Christina Hinzmann
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Rittmarshausen

„Ausschließlich Frauen werden auf der Bühne stehen“, sagt Jörg Bachmann vom Kulturverein Rittmarshausen. Gemeinsam mit Matthias Heintz zählt er zu den Hauptorganisatoren des Festivals, das in diesmal am Wochenende 24./25. August am Schloss Rittmarshausen stattfindet. Und weil sich das Festival diesmal um Musikerinnen dreht, ziehen sie sich auch von der Moderation zurück. Die übernimmt die Göttinger Sängerin Hanna Carlson.

Das Bühnenprogramm konzentriert sich hauptsächlich auf den Sonntag. Bereits für 11.30 Uhr kündigen die Organisatoren eine musikalische Begrüßung durch die Saxofonistin Nicole Johänntgen an. Sie tritt am Nachmittag noch mit ihrer Band auf.

Projektband für das Festival

Vorher jedoch, um 12.30 Uhr, gastiert das Projektensemble „Frauen machen Jazz“ auf der Bühne im Stall neben dem Schloss. Eine Band aus der Region sollte auftreten. „Wir haben versucht, ein Jazzensemble zu finden, dass nur aus Musikerinnen besteht“, sagt Bachmann, „wir haben keins gefunden“. Ihre Lösung: Sie beauftragten die Pianistin Clara Haberkamp und die Saxofonistin Anna-Lena Schnabel, eine Band nur für das Festival zusammenzustellen – zu der wenigstens zwei Musikerinnen zählen, die aus Südniedersachsen stammen: Almut Schlichting (Tenorsaxofon), die ursprünglich aus Uslar kommt, und Sabine Mariss (Klarinette und Gesang) die in Gleichen lebt. Lucía Martínez (Drums und Percussion) und Clara Däubler (Kontrabass) vervollständigen die Gruppe.

Um 15 Uhr S.O.F.I.A. zu Gast, auch bekannt unter dem Namen „Sisters in Jazz“, ein international besetztes Ensemble mit Johänntgen. Die Saxofonistin, Jahrgang 1981, wurde im vergangenen Jahr beim Festival Jazz Baltica groß gefeiert.

Überzeugendes Konzept

Ein Soloauftritt folgt um 16.40 Uhr. Die Pianistin Julia Hülsmann, im Sommer „Artist in Residence“ beim Elbjazz-Festival in Hamburg, stellt ihr Programm vor, das sie alleine spielt – nur eines ihrer diversen künstlerischen Engagements. Sie ist auch schon mit Künstlern wie Rebekka Bakkken und Roger Cicero aufgetreten.

Avantgarde-Bigband nennen die Veranstalter das Ensemble „Siea“, das zum Abschluss des Festivals um 18.10 Uhr auf die Bühne kommt – „direkt von einem Auftritt aus Schwabmünchen bei Augsburg“, berichtet Bachmann. Wegen dieser Veranstaltung habe die Band eigentlich nicht zusagen wollen. Doch das Konzept des Rittmarshäuser Festivals habe sie überzeugt. Die etwa zehnköpfige Formation verbindet Jazz mit Einflüssen aus der Popmusik. Die Musikerinnen bringen Sounds aus Disco, Hiphop, Techno und Pop mit Jazz zusammen. Die Organisatoren erhoffen sich von diesem Gig einen lebendigen Abschluss ihres Spektakels. Ihr Motto: „Stühle weg und mit Siea eine Jazz-Party feiern.“

Mädchen und weibliche Jugendliche

Bereits am Sonnabend bieten einige der Musikerinnen vierstündige Instrumenten-Workshops auf Schloss Rittmarshausen an. Fünf davon sind auch für musizierende Männer offen. Lediglich einer richtet sich an Mädchen und weibliche Jugendliche ab zehn Jahren. Olivia Trummer übernimmt die Leitung und ist offen für alle Instrumente.

Am Sonnabendvormittag steht zum Auftakt des Festivals ein zweistündiges Jazzsymposium auf dem Programm. Die Frage, warum Frauen im Jazz deutlich unterrepräsentiert sind, wollen die Teilnehmer beleuchten. Musikerinnen des Festivals werden darüber sprechen. Beginn ist um 11 Uhr, der Eintritt ist frei.

Nur als Mann eine Chance

Am Sonnabend um 18.30 Uhr wird es eine musikalische Lesung geben. „Er war eine Frau“ lautet der Titel dieser Veranstaltung, die sic um das Leben des Jazzmusikers Billy Lee Tipton (1914-1989) dreht. Der Pianist und Saxofonist war eigentlich eine Frau, doch habe sie nur als Mann eine Chance gesehen, seine Familie als Musiker zu ernähren, erklärt Heintz. Die Schauspielerin Andrea Strube liest, Johänntgen spielt Saxofon. Auch hier ist der Eintritt frei.

Die Tickets

Tagestickets für das Festival kosten im Vorverkauf 32 Euro, ermäßigt 16 Euro. Eine Familienkarte für Eltern und ihre Kinder schlägt mit 40 Euro zu Buche. Der Verkauf läuft bereits. Unter anderem gibt es Eintrittskarten in den Tageblatt-Geschäftsstelle, Weender Straße 44 in Göttingen und Marktstraße 9 in Duderstadt.

Hörbeispiele der Künstlerinnen, die zum Festival kommen, gibt es hier.

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