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17:47 25.08.2018
Symposium bei "Jazz ohne Gleichen": Uwe Steinmetz, Gunnar Geßner, Jürgen Grave, Jan Strümpel, Herbert Günter, Phillip Kallenbach, Ove Volquartz (von links). Quelle: Udo Hinz
Rittmarshausen

„Jazz ist die einzige Musik, die nicht von Antidemokraten okkupiert wird – es gibt keinen rechten Jazz“, sagte Phillip Kallenbach von der Bildungsgenossenschaft Südniedersachsen „Demokratie leben!“ beim Festival „Jazz ohne Gleichen“. Was aber macht Jazz zu solch einer emanzipatorischen Musik? Die Veranstalter luden am Sonnabend zum Symposium „Jazz und Demokratie“. Moderator Jan Strümpel vom Göttinger Jazzfestival begrüßte auf dem Podium eine anregende Diskussionsrunde zu einem komplexen Thema.

„Jazz kann Menschen zur Freiheit öffnen“, betonte der Schriftsteller Herbert Günter. Saxofonist Uwe Steinmetz: „Die ‚Blue Note’ im Jazz bringt notwendige Dissonanzen, die wir auch im Leben haben. Jazzmusiker spielen im Kollektiv, ohne das Individuum aufzulösen. Der Groove im Jazz lässt Menschen gegenseitig Raum. Zudem lädt Jazz das Fremde ein – das brauchen wir für die Gesellschaft.“

Jazz als Lebensform

Differenziert äußerte sich der Musiker Ove Volquartz: „Jazz und Demokratie kommen für mich erst zusammen, wenn ich Jazz als Lebensform sehe. Beispielsweise gibt es Plattenfirmen, die von Musikern organisiert werden. Aber wie ist es bei einer Band des Bandleaders Miles Davis – wie demokratisch ist das? Unter Musikern geht es nicht immer demokratisch zu, hier gibt es Konkurrenzdenken.“

„In der DNA des Jazz steckt Freiheit“

Ähnlich sah es Gunnar Geßner vom Musikzentrum Hannover: „In der DNA des Jazz steckt Freiheit – doch wenn es im Jazz um Machtstrukturen geht, wird es kompliziert.“ Jürgen Grave vom Stadtradio Göttingen blieb skeptisch: „Beim Jazz geht es nicht um Demokratie. Musikalische Dissonanzen sind keine gesellschaftlichen Dissonanzen.“

Ove Volquartz blickte abschließend in die Zukunft: „Neu ist im Jazz das Thema Geschlechtergerechtigkeit – da ist noch viel zu tun.“

Mehr über das Festival „Jazz ohne Gleichen“ lesen Sie auf unserer Themenseite.

Von Udo Hinz

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