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Regional Jenseits falscher Heiligkeit
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18:46 16.09.2009
Musik der Antike: Ensemble „Musica Romana“ mit Merit Zloch, Susanne Rühling, Jutta Knur und Albin Paulus (von links).
Musik der Antike: Ensemble „Musica Romana“ mit Merit Zloch, Susanne Rühling, Jutta Knur und Albin Paulus (von links). Quelle: Schäfer
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Den Anspruch auf Authentizität erhebt das Ensemble nicht, wie Leiterin Susanne Rühling hervorhob. Zwar gibt es griechische, römische und sogar mesopotamische Notenschriften, aber wie die Instrumente damals gespielt wurden, wie Menschen gesungen haben, ist nicht überliefert. Das Ensemble liefert eine Interpretation und ergänzt dies durch nachempfundene Eigenkompositionen.etwa der munteren Vertonung der Ode „Faune, Nympharum fugientum amator“ von Horaz.

Fröhlicher Gesang

Das tun sie, wie der Abend zeigte, mit großer Lebendigkeit und Spielfreude. Ein Hymnus des Mesomedes von Kreta – dem Hofkomponisten des Kaisers Hadrian – an die Musen klingt dann schon ein bisschen rockig, das Seikilos-Liedchen, dem sich Musikwissenschaftsstudenten oft mit scheuer Ehrfurcht nähern, wird zu einem fröhlichen, mitreißenden Gesang jenseits falscher Heiligkeit. Und die anonym überlieferte Musik, die der Altphilologe Friedrich Bellermann im 19. Jahrhundert entdeckt hat, erinnert an zeitgenössische Minimal Music.
In ihren Erläuterungen erwiesen sich die Ensemblemitglieder – neben Rühling Merit Zloch, Jutta Knur und Albin Paulus – als profunde Kenner auf musikarchäologischem Gebiet. Was die musikalische Professionalität abgeht, wären hier und da noch ein paar Defizite (Intonation beim Gesang, Virtuosität im Instrumentalspiel) abzubauen. Doch den Spaß an der unterhaltsamen, informativen Präsentation kann dies kaum mindern.

Von Michael Schäfer

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