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Regional Erster Spielplan für die neuen Räume
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00:21 31.05.2019
Drei Mann auf der neuen Bühne: Christian Vilmar, Nico Dietrich und Tobias Sosinka (von links). Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Die erste Premiere wird eine klassische sein: „Der Diener zweier Herren“. Christine Hofer soll diese Komödie von Carlo Goldoni inszenieren – im „Jungen Theater am Wall“. So nennt sich das Haus während der mindestens drei Spielzeiten in der Voigtschule, Bürgerstraße 15. Das Stammhaus, das Otfried-Müller-Haus am Wochenmarktplatz, wird in dieser Zeit saniert. Das Großprojekt orientiert sich in diesem Jahr an den außergewöhnlichen Umständen. Die Stadtraumperformance am Sonnabend, 28. September, soll zu einem Umzugsspektakel werden.

Ur- und deutsche Erstaufführungen

Spektakulär sind auch die Ur- und deutschen Erstaufführungen. Dem Leitungsteam ist es gelungen, vom Verlag die Rechte für die erste theatralische Produktion von Volker Kutschers Roman „Der nasse Fisch“ zu erhalten – der Vorlage für die Fernsehserie „Babylon Berlin“. Wer den Stoff auf die Bühne bringt, ist noch unklar (Premiere: 17. April 2020).

Zwei Uraufführungen mit Göttingen-Bezug sind geplant. So hat das JT-Leitungsteam ein Stück über Carl Otfried Müller und seine Villa in Auftrag gegeben. Steffi Hensel soll es schreiben, Intendant Dietrich will es inszenieren. Die Uraufführung ist für Dezember geplant. Unter dem Arbeitstitel Fridays for Future entsteht ein Stück über die Protestbewegung der Jugendlichen, von denen einige Protagonisten in der Region leben. Dietrich und Chefdramaturg Christian Vilmar werden es schreiben und inszenieren.

Thema Liebe

Erfolgreiche Formate, „bei denen uns die Besucher die Türen einrennen“, so Dietrich, will das JT weiterführen, erklärte der Intendant. Eine Musikshow ist zu Jahresbeginn geplant, inszeniert von Michaela Dicu. Der musikalische Leiter bleibt wie in den Vorjahren Fred Kerkmann. Thema wird die Liebe sein, so die Ankündigung. Vorher allerdings wird die aktuelle Musikshow „Personal Jesus“ an einem ungewöhnlichen Ort aufgeführt – wenn das Wetter mitspielt. Den das Ensemble soll im Freibad am Brauweg auftreten.

Ebenfalls sehr erfolgreich und daher fortsetzungswürdig: „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von Joachim Meyerhoff. Diesmal geht es um die Schauspielschuljahre des Autors. „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ heißt die Produktion, die Sebastian Wirnitzer inszeniert. Und Dietrich verspricht, dass das Tableau von Teil eins fortgeführt wird (Premiere: 29. November).

Zwei Jungen mit Behinderung

Produktionen für Kinder und Jugendliche jeder Altersstufe hat das JT-Team in den Spielplan aufgenommen. Gleich drei Inszenierungen soll es für die Gruppe 14+ geben. Sergej Gößner inszeniert „Mongos“, eine Geschichte um zwei Jungen mit Behinderung und ihr Erwachsenwerden (Premiere: 29. September). Dietrich hat sich den Abenteuer-Klassiker „Tarzan“ vorgenommen – als Live-Hörspiel (Premiere: 18. Oktober). Tobias Sosinka schließlich geht einen Klassiker an: „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine (1797-1856). Der Dichter sei mit dem Werk gegen den Nationalismus und für internationalen Zusammenhalt eingetreten, erläuterte Sosinka (Premiere: 9. November).

Mit der Schauspielschule Kassel kooperiert das JT zweimal. Die JT-Schauspielerin Agnes Giese unterrichtet an der Schule und inszeniert für Kinder ab acht Jahren mit Schauspielschülern das Stück „Angstmän“ von Hartmut El Kurdi. „Ein tolles Schauspieler-Stück“, meint Dietrich und freut sich darüber, eine weibliche Hauptrolle besetzen zu können (Premiere: 27. Oktober). Die letzte Premiere der Saison wird komplett mit den Schauspielschülern aus Kassel erarbeitet. Mit ihnen inszeniert Franziska Ritter „Das Dschungelbuch“ als Open-Air-Produktion mit dem an das Theatergrundstück angrenzenden Wall als Kulisse. Wetterkapriolen sieht Dietrich gelassen entgegen. Wenn es regnet, wird einfach im Haus gespielt (Premiere: Mai 2020). Vorher allerdings kommt noch eine weitere Produktion auf die JT-Bühne. Ingrid Gündisch inszeniert „Vater“ von Florian Zeller, ein Stück über das Leben eines alten Mannes, der an Alzheimer erkrankt ist (Premiere: 29. Februar).

 

Schauspieler Carsten Zinserist seit 2014 Mitglied im Ensemble des Jungen Theaters (JT). Jetzt allerdings verlässt er das Haus am Wochenmarktplatz. Für ihn kommt Jens Tramsen. Er hat an der Schauspielschule Ernst Busch in Berlin studiert, eine der renommiertesten Ausbildungsstätten im deutschsprachigen Raum. Er spielte unter anderem am Staatstheater Stuttgart, am Nordharzer Städtebundtheater Halberstadt/Quedlinburg, am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin und im Ensemble des niederdeutschen Schauspiels „Fritz-Reuter-Bühne“.

Für die Theaterpädagogik war bislang Kathrin Müller-Grüß zuständig. Sie geht ein Jahr lang in Mutterschutz. Für sie ist Johanne Bellersen eingestiegen.

Neu besetzt wird auch die Stelle des leitenden Regieassistenten besetzt – mit einem alten Bekannten. Roman Kupisch studierte in Göttingen und Hildesheim und spielte und inszenierte in einigen Produktionen am Theater im OP.

Alle dreiwerden dann in dem neuen Haus in der ehemaligen Voigtschule arbeiten. Der Umzug allerdings ist ein großes Projekt, „ein Riesenaufwand, der hinter den Kulissen relativ geräuschlos abläuft“, sagte Intendant Nico Dietrich. So groß ist der Aufwand allerdings, dass einige lieb gewonnene Projekte erst einmal ausgesetzt werden müssen. So wird es laut Dietrich in der kommenden Spielzeit weder ein Gastspiel auf der Waldbühne in Bremke, noch einen Auftritt in der Göttinger Justizvollzugsanstalt geben.

Sechs Millionen Euro kostet die Sanierung der Stammspielstätte am Wochenmarkt. Die Göttinger Bauverwaltung hoffe, sie in drei Jahren beendet zu haben, berichtete der Intendant. An der neuen Spielstätte, der ehemaligen Voigtschule an der Bürgerstraße, trifft das JT auf Nachbarn, die sich ebenfalls um Kultur bemühen: das Programmkino Lumière. Kooperationen seien bereits in Planung, sagte Dietrich. pek

Von Peter Krüger-Lenz

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