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Regional JT und KAZ zelebrieren ihren Umzug
Nachrichten Kultur Regional JT und KAZ zelebrieren ihren Umzug
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22:24 28.09.2019
KAZ-Leiterin Anne Mollenhauer und JT-Intendant Nico Dietrich durchschneiden nach der Ankunft an der Voigt-Schule das rote Band. Quelle: Niklas Richter
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Göttingen

Wenn Umzug, dann richtig: Das Junge Theater Göttingen und das Kultur- und Aktionszentrum KAZ haben am Sonnabend, 28. September, endgültig ihr neues Domizil „Kultur am Wall“ an der Bürgerstraße 15 bezogen. Aber nicht irgendwie: Mit einem spektakulären Korso durch die Innenstadt haben die beiden Kulturinstitutionen ihren Umzug in die Interimsspielstätte regelrecht zelebriert.

Als wäre nichts gewesen

Mit Live-Musik, Theaterszenen, Tanz, Akrobatik, Clownerie und weiteren Vorführungen startet die Inszenierung unter der Gesamtleitung von Michaela Dicu am Nachmittag vor dem Otfried-Müller-Haus. Auf dem Wochenmarktplatz versammeln sich Hunderte Mitwirkende und Zuschauer. Sie bekommen zunächst ganz unterschiedliche Darbietungen zu sehen und zu hören, teils sogar mehrere gleichzeitig.

JT und KAZ haben das Otfried-Müller-Haus verlassen – und sind nun an der Bürgerstraße angekommen.

Projektleiterin Dicu, ausgestattet mit roter Warnweste und Funkgerät, wuselt immer wieder über den Platz, gibt Kommandos, kontrolliert die Abläufe. „Bislang läuft alles prima“, sagt sie nach einer halben Stunde – kurz bevor ein heftiger Platzregen einsetzt. Die gerade aufgefahrenen Umzugswagen, gezogen von historischen Traktoren des Lanz-Bulldog-Clubs Werxhausen, werden ebenso wenig verschont wie ein nicht schnell genug geschlossenes Cabriolet. Kaum fünf Minuten später ist der Regen vorbei, die Sonne strahlt – und alle tun so, als wäre nichts gewesen. Die Show geht einfach weiter.

Die Schlüsselübergabe durch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) wird – ebenso wie fast alles andere an diesem Tag – aufwendig in Szene gesetzt. Köhler seilt vom Balkon des Otfried-Müller-Hauses den symbolischen Schlüssel ab, Anne Moldenhauer (KAZ) steigt eine Leiter hinauf, die von JT-Intendant Nico Dietrich gehalten wird – sodass beide den Schlüssel sicher entgegennehmen können. Kurz danach setzt sich der bunte Tross in Bewegung, der durchaus an einen Karnevalsumzug erinnert. Von den Hängern der geschmückten Wagen fliegen Konfetti und Kamelle, davor und dahinter tanzen und turnen Menschen über die Straßen und Gehwege.

Ein lachendes und ein weinendes Auge

„Man geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, bekennt Dietrich. Der Umzug biete auch die Chance, Ballast der vergangenen Jahrzehnte abzuwerfen. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und den Behörden habe im Übrigen hervorragend funktioniert, so Dietrich. „Wir freuen uns auf die neuen Räume, auch wenn noch nicht alles ganz fertig ist“, stimmt Moldenhauer zu. Das Haus an der Bürgerstraße werde nun zur neuen Heimat für die beiden Einrichtungen – für mindestens drei Jahre, vielleicht auch länger.

Für JT-Geschäftsführer Tobias Sosinka überwiegen eindeutig die Vorteile des neuen Standorts, auch wenn ein paar Plätze weniger im Publikumsraum zur Verfügung stehen: „Wir sind wirklich froh, dass wir nun in der neuen Spielstätte angekommen sind. Man merkt bei so einem Auszug erst so richtig, wie sanierungsbedürftig das bisherige Gebäude tatsächlich ist“, betont er.

Hier ein Video vom Umzug:

Als sich die Masse in Richtung Hospitalstraße bewegt, sind fast 400 Menschen gemeinsam unterwegs. Alle lächeln, bewegen sich zur Musik, winken Passanten zu, strahlen um die Wette. Einige tragen symbolische Umzugskartons, die sie in Richtung Bürgerstraße „schleppen“. Als der Umzug auf dem Hof der ehemaligen Voigt-Schule ankommt, wird er von vielen neuen Nachbarn empfangen – mit herzlichen Sprüchen auf gemalten Plakaten und selbst gebackenen Kuchen, etwa von der Kita Gartenstraße oder dem Verein Jugendhilfe Göttingen. Auch Vertreter weiterer Nachbarn sind dabei. Sie alle sind für den Sonntag zum „Tisch der Ideen“ eingeladen, bei dem gemeinsam die Entwicklung des Quartiers erörtert werden soll. Am Sonntagnachmittag steht dann mit „Mongos“ auch noch eine JT-Premiere auf dem Plan.

Ein Lächeln ins Gesicht gezaubert

Doch erst einmal ergreift Dietrich erneut das Mikro – noch ganz bewegt von dem fröhlichen Umzug kurz zuvor: „Sie alle haben den Menschen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert“, fasst er treffend zusammen. Nach einem Hoffest geht die Party am Sonnabendabend mit Führungen, weiteren Performances, einer Ausstellung und diversen Aktionen im neuen Gebäude weiter. Ein Fotograf porträtiert beispielsweise im Doppelpack – und zwar immer zwei Menschen, die sich vorher nicht kannten. Musik aus aller Welt erklingt in den Räumen und Fluren, Besucher erkunden die verschiedenen Facetten des neuen Zentrums – ein wirklich spektakulärer Um- und Einzug. Wenn, dann eben richtig.

Auf dem Weg zur neuen Wirkungsstätte

Solange des Otfried-Müller-Haus am Wochenmarktplatz saniert wird, weichen das Junge Theater und das KAZ mit ihren Angeboten in die ehemalige Voigt-Schule aus, die dafür seit Dezember 2018 umgebaut wurde. Den Weg dorthin haben am symbolischen Umzugstag neben den eigenen Gruppen und Ensembles der beiden Kulturinstitutitonen – darunter Schauspieler, Musiker, Tänzer und Akrobaten – auch viele Gäste, Freunde und Partner begleitet, beispielsweise der Shanty-Chor der Marinekameradschaft, der Spielmannszug Dransfeld, der Lanz-Bulldog-Club Werxhausen, das Theater der Nacht aus Northeim, die Stadtbibliothek Göttingen, Tanzart und einige mehr. Auch viele Künstler und mehrere neue Nachbarn aus dem direkten Umfeld der alten Voigt-Schule beteiligten sich am publikumswirksamen „Umzugsspektakel“, wie es von JT und KAZ selbst tituliert worden war. Ziel sei es gewesen, so viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt wie möglich auf die neue Spielstätte aufmerksam zu machen, so JT-Pressesprecher Nils Schmidt.

Von Markus Riese

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