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13:21 09.01.2019
Taron Egerton als Robin Hood in einer Szene des Films "Robin Hood". Quelle: dpa
Göttingen

Robin Hood kommt einfach nicht aus der Mode. In dem neuen Film, der am Donnerstag anläuft, versucht sich Taron Egerton als Gutmensch. Aus der Romanze in früheren Filmen wird eine Dreiecksbeziehung und auch sonst ist einiges anders. Und für alle Fans des Vornamen Robin sein gesagt: In diesem Streifen heißt der Held einfach nur Rob. Ein wenig gewöhnungsbedürftig kommt Heiner Lauterbach in dem ebenfalls am Donnerstag in die Kinos kommenden Film „Kalte Füße“ daher. Er spielt den in seiner Sprechfähigkeit eingeschränkten Raimund.

Der Köcher hat Löcher

Ja ja, wir wissen‘s! Robin Hood gab es erstens gar nicht, und zweitens war er ganz anders. Nicht so feminin in Strumpfhosen gewandet wie der spitzbärtige Errol Flynn in dem Film von 1938, gewiss nicht so vom Friseur verpfuscht wie Kevin Costners Vokuhila-Robin von 1991. Vielmehr eine Verdichtung diverser Persönlichkeiten und Begebenheiten. Wen schert‘s? Robin Hood hat uns immer ermahnt, wie man sein soll, ob ihn nun Sean Connery spielte, Russell Crowe oder ein Disney-Fuchs: widerständisch gegen Unrecht, teilend mit den Armen. Dass man dazu Räuber sein durfte, war ja das Schöne.

Otto Bathurst, umtriebiger britischer TV-Regisseur, sortiert den Mythos neu. „Vergesst, was ihr gehört habt, vergesst, was ihr zu wissen glaubt“, lautet der Eingangsmonolog zu „Robin Hood“. Oje. Kriegen wir keinen dunklen Sherwood Forest zu sehen? Keine Vogelfreien? Zweimal nein.

Immerhin sind wir in Nottingham, das hier ein Staat im englischen Staate zu sein scheint. Der Sheriff dieses Gemeinwesens (Ben Mendelsohn) verpflichtet Robin (Taron Egerton) zum Kriegsdienst im Heiligen Land. Als der tot geglaubte Edelherr von Loxley wieder nach Hause zu seiner Marian (Eve Hewson) zurückkehren will, muss er feststellen, dass seine Burg zerstört ist, seine Braut vergeben und das Volk unterdrückt wird. Entsprechend tut er sich mit einem arabischen Flüchtling (Jamie Foxx) zusammen, der in dieser Neuversion den Platz von Little John einnimmt. Und: Revenge is blood sausage! Bathurst geht erzählerisch in die Breite statt in die Tiefe.

Die Geschichte klassenübergreifender Nächstenliebe kennt jedes Kind. Also muss Robin auch noch eine Verschwörung in Nottingham aufdecken. Und der Little-John-Ersatz führt mit dem Sheriff einen Disput über die moralisch verkommene Kirche. Religion als Movens für Terror: Ja, dieser Film will Relevanz in unseren Tagen.

Aus der legendären Romanze wird eine Dreiecksbeziehung. Hewson ist als Maid Marian dabei alles andere als die allseits erwartete selbstbewusste Frau der #MeToo-Zeit. Zwar empfiehlt sie dem „Robbing Hood“ den Wohlfahrtsdiebstahl als Visitenkarte, bleibt aber sonst ein auf Sexappeal ausgerichtetes Wesen, das sogar beim Pferdestehlen ihr Dekolleté ausstellt.

Wir liebten Robin Hood für seine tänzerische Eleganz und seinen prickelnden Humor, für seine superheldischen Pfeile, die den Pfeil des Gegners im Schwarzen der Turnierscheibe noch spalteten. Robin Hood hatte den Bogen raus, stand für sich, hatte sogar eine sozialistische Botschaft für die nimmersatten Vermögensmehrer.

Der heutige Robin hat Löcher im Köcher, stiehlt nicht nur bei den Reichen, sondern auch bei uns – unsere Zeit. Nur ein einziges Mal scheint der Regisseur zu bemerken, dass weniger mehr ist. Und wieder fühlt es sich falsch an. Sie nennen Robin hier Rob. Allen Ernstes!

Robin Hood“, Regie: Otto Bathurst, mit Taron Egerton, Jamie Foxx, 116 Minuten, FSK 12, Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld.

Grunzender Heiner Lauterbach hat „Kalte Füße“

Die dankbarste Rolle in Wolfgang Groos’ mauer Komödie „Kalte Füße“ hat Heiner Lauterbach. Die anderen mühen sich an der Belebung dürftiger Dialoge ab, Lauterbach braucht nur zu grunzen. Er spielt den in seiner Sprechfähigkeit beeinträchtigten Raimund. Zumeist schaut er genervt. Das macht er prima. Raimund ist allein in seiner Villa, als Denis (Emilio Sakraya) einbricht. Dann steht Raimunds Enkelin Charlotte (Sonja Gerhardt) vor der Tür und hält Denis für den Krankenpfleger. Abgesehen von einigem Slapstick bleiben die Pointen unter Mindestniveau.

„Kalte Füße“, Regie: Wolfgang Groos, mit Emilio Sakraya, Sonja Gerhardt, 93 Minuten, FSK 12. Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld.

Charmanter Neuzugang

In einer kalten Nacht begegnet das diebische Vater-Sohn-Gespann Osamu Shibata und Shota der kleinen Yuri. Sie ist verwahrlost und halb erfroren und so nimmt Osamu sie kurzerhand mit nach Hause. Nach anfänglichen Bedenken seiner Frau Nobuyo ist bald die ganze Familie, zu der auch noch Großmutter Hatsue und Halbschwester Aki gehören, begeistert von dem charmanten Neuzugang und Yuri lebt sich schnell bei der bunten Truppe, die sich mit Gaunereien und Diebstählen über Wasser hält, ein. Eines Tages wird diese Harmonie jedoch durch einen Vorfall empfindlich gestört und der Zusammenhalt der Familie wird durch unvorhergesehene Enthüllungen auf die Probe gestellt.

„Shoplifters“, Regie: Hirokazu Kore-eda, mit Lily Franky, Sakura Andô, Mayu Matsuoka, 121 Minuten, FSK 12. Lumiere Göttingen.

Vorname sorgt für Ärger

Es hätte ein wunderbares Abendessen werden können, zu dem Stephan und seine Frau Elisabeth in ihr Bonner Haus eingeladen haben. Doch als Thomas verkündet, dass er und seine schwangere Freundin Anna ihren Sohn Adolf nennen wollen, bleibt den Gastgebern und dem Familienfreund René bereits die Vorspeise im Hals stecken. Man faucht einander Wahrheiten ins Gesicht, die zugunsten eines harmonischen Zusammenseins besser ungesagt geblieben wären. Der Abend eskaliert: Die Diskussion über falsche und richtige Vornamen geht in ein Psychospiel über, bei dem die schlimmsten Jugendsünden und die größten Geheimnisse aller Gäste lustvoll serviert werden.

„Der Vorname“ basiert auf dem französischen Theaterstück „Le Prénom“, das 2010 in Paris ein großer Erfolg war und auch verfilmt wurde. Als man Sönke Wortmann eine Neuverfilmung angeboten hatte, sagte er schnell zu: „Ich hatte ohnehin das Gefühl, dass der Film noch besser nach Deutschland passt als nach Frankreich, weil der Name Adolf nun einmal sehr eng mit der deutschen Geschichte verbunden ist.“

„Der Vorname“, Regie: Sönke Wortmann, mit Florian David Fitz, Christoph Maria Herbst, Carolin Peters, 91 Minuten, FSK 6, Lumiere Göttingen.

Von Matthias Halbig und Martin Schwickert

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