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13:00 04.09.2019
Bill Skarsgard als Pennywise in einer Szene des Films "Es: Kapitel 2" Quelle: -/Warner Bros/dpa
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Göttingen

Der Horrorclown Pennywise kehrt zurück auf die Leinwand: „Es“ hat eine Fortsetzung, die es ab Donnerstag in den Kinos der Region zu sehen gibt. Das Drama „Und der Zukunft zugewandt“ mit Alexandra Maria Lara kommt dagegen als bräsige Geschichtsstunde daher. Die Kinostarts der Woche im Überblick:

Mummenschanz aus der Zombiewerkstatt

Der Clown sieht recht lustig aus. Nur seine Augenschminke erinnert ein wenig an die Gesichtslinien eines Geparden, was auf seine Raubtiernatur schließen lässt. Pennywise, so nennt er sich, hat Zähne wie Messer, Hunger auf Menschen.

1989 hatten in Derry, Maine, sieben Kinder das Monster (fast) vernichtend geschlagen, sich danach zu Blutsbrüdern verbündet. Dann hatten sie sich geschworen, erneut zusammenzustehen, sollte das Böse in 27 Jahren zurückkehren (so lange hat es immer wieder zwischen seinen Mordserien „geschlafen“). Jetzt ist 2016. Und wieder verschwinden Kinder in Derry.

Stephen Kings dickleibiges Buch „Es“ von 1986 bot 850 Seiten wohlfeilen Horrors. Zwei Filme machte Regisseur Andy Muschietti aus dem vielleicht besten Roman Kings, einer Art „Drei ???“ des Grauens. Der erste schwang sich im Vorjahr zum erfolgreichsten Horrorfilm bis dato auf, der zweite zollt mit 165 Minuten Länge neuerlich seiner stattlichen Vorlage Tribut.

James Ransone (l-r) als Eddie Kaspbrak, Jay Ryan als Ben Hascomb, Isaiha Mustafa als Mike Hanlon, James McAvoy als Bill Denbrough, Jessica Chastain als Beverly Marsh und Bill Hader als Richie Tozier in einer Szene des Films "Es: Kapitel 2". Quelle: Warner Bros

Zahlreiche Rückblenden verschaffen den beliebten Kindercharakteren auch im zweiten Film Raum. Das ist wichtig, denn der erwachsene „Club der Verlierer“ ist nicht so herzerwärmend wie die adoleszente Variante. Die namhaftesten Schauspieler hier sind James McAvoy als (Stotter-)Bill Denbrough und Jessica Chastain als Beverly Marsh. Das einst unerschrockene Mädel im Bund der Buben läuft jetzt vorzugsweise schreiend durch die Gegend.

Bill, Beverly, Mike Hanlon, Ben Hanscom, Eddie Kaspbrak, Richie Tozier, Stanley Uris und Beverly Marsh müssen im Erwachsenenalter in „Es Kapitel 2“ ein zweites Mal gegen den Horrorclown antreten. Die Blutsbrüder von einst haben sich aus den Augen verloren, die Erinnerungen an den Kampf sind fast verschwunden, ihre Fantasie auch. Der Drache trifft also auf einen siebenköpfigen Siegfried, halb taub, halb blind und äußerst furchtsam. Der Selbstmord Stanleys vermindert die magische Zahl der Recken dann auch noch früh auf sechs.

Sechs gefundene Fressen für das Biest, denkt man. Immer wieder aber ist es dann Pennywise, der abserviert wird. Da macht einer partout nicht kaputt, was ihn kaputt machen will, und heuert dazu noch ein Faktotum an, das ein Dracula noch in der Probezeit wieder rausgeschmissen hätte. Ja gibt es neuerdings Fairplay bei Monstern?

Ein Horrorbiest, das seine Jäger nicht dezimiert, gilt schnell als Langweiler. Pennywise liefert meist Halluzinationen und Mummenschanz aus der Zombiewerkstatt, der optisch oft nur das Niveau von Geisterbahn-Pappkameraden der Achtzigerjahre erreicht. Kurz vor Schluss landet er dann tatsächlich noch einen Glückstreffer, was seine Einstufung als Oberloser nicht mehr verhindern kann.

„Let’s all drink to the death of a clown“, könnten die Helden Dave Davies‘ Hit von 1969 bei einer Siegesfeier absingen. Wobei: Richtig sicher kann man bei einem von Pennywise‘ Sorte ja nie sein, wirklich Bescheid wissen wir erst 2046.

„Es Kapitel 2“, Regie: Andy Muschietti, mit Jessica Chastain, James McAvoy, 165 Minuten, FSK 16, Cinemaxx Göttingen, Movietown Eichsfeld, Central-Lichtspiele Herzberg, Neue Schauburg Northeim

Zerrieben von der Historie

„Die Partei, die Partei, die hat immer recht“: Der Vers in der Lobeshymne aus dem Jahr 1949 ist typisch für Personen- und Parteikult im Stalinismus und könnte hier als Leitsatz dienen. Überzeugte Kommunisten landeten in der Sowjetunion unter Stalin in Arbeitslagern. Eine von ihnen ist Antonia Berger (Alexandra Maria Lara). 1952 darf sie auf Intervention von SED-Politikern nach zehn Jahren Gulag mit ihrer Tochter in die DDR zurück. Doch sie muss unterschreiben, über die Willkür des Bruderstaats Stillschweigen zu bewahren. Mit der Lüge zu leben fällt Antonia schwer, doch glaubt sie an den Kommunismus – und wird zwischen politischer Überzeugung und der Liebe zum Arzt Konrad (Robert Stadlober) zerrieben.

Das komplexe Thema verfilmt Bernd Böhlich frei nach wahren Ereignissen als informative, aber bräsige Geschichtsstunde. Die Funktionäre sind phrasendreschende Karikaturen, der joviale Nachbar ist ein Stasi-Spitzel. Die Schauspieler, allen voran Alexandra Maria Lara in ihrer dennoch bisher besten Rolle, retten das Drama. Die Chance, ein Stück brisanter Vergangenheit packend zu vermitteln, wird jedoch vertan.

„Und der Zukunft zugewandt“, Regie: Bernd Böhlich, mit Alexandra Maria Lara, Robert Stadlober, 105 Minuten, FSK 12, Lumière

Von Matthias Halbig / Margret Köhler

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