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Regional Klarinetten-Jauchzer und perlende Aufschwünge
Nachrichten Kultur Regional Klarinetten-Jauchzer und perlende Aufschwünge
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22:44 20.09.2009
Setzen ihre Virtuosität effektvoll ein: Pianist Hans Küntzel und Klarinettist Toni Säckl.
Setzen ihre Virtuosität effektvoll ein: Pianist Hans Küntzel und Klarinettist Toni Säckl. Quelle: Heller
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Mit Paul Hindemiths Sonate für Klarinette und Klavier in B eröffneten Toni Säckl und Hans Küntzel den Abend. Dass die Musik des 20. Jahrhunderts immer wieder problematisiert wird, scheint in Anbetracht dieses Stückes unverständlich: Fließen doch die vier Sätze der Sonate relativ harmonisch dahin, ohne die Bindung an die Tonalität zu verlassen. Die beiden Musiker würzten die Sätze mit viel Spielfreude und entsprechendem Temperament.
Jauchzende Klarinette
Ein ausgesprochenes Spätwerk präsentierten die Duopartner dann mit Johannes Brahms´ Sonate für Klarinette und Klavier f-Moll: Vor allzu viel Altersweisheit blieben die Zuhörer jedoch verschont. Versteht man das Stück als Rückblick des Komponisten auf sein Leben, so schließt das Ganze freudig, mit einem ausgelassenen Finale voller Klarinetten-Jauchzer und perlender Aufschwünge des Klaviers. Leise Melancholie klingt zuvor im Andante-Satz an: Hier dunkelte Toni Säckl den Ton seiner Klarinette wunderbar ein, spielte mit viel Wärme und Gefühl.
In technischer Bestform zeigten die beiden Musiker sich nach der Pause in Poulencs Sonate für Klarinette und Klavier. Mal in geschwinden Läufen, mal in gemessenem Schritt ging es durch die Tonarten, wobei sowohl der Pianist als auch der Klarinettist jeweils eigenen Akzente setzten, ihre Virtuosität effektvoll einzubringen wusste.
Rasanter Schlusssatz
Immer wieder begeisterte der Klarinettist Säckl sein Publikum dabei mit dem facettenreichen, erfüllten Klang seines Instruments. Den rasanten Schlusssatz mit dem kecken Aufschrei der Klarinette am Ende wiederholten die Musiker als Dankeschön für den begeisterten Applaus des Publikums.

Von Matthias Körber

18.09.2009
18.09.2009