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18:13 12.02.2019
Ausstellung von Klaus-Jürgen (KaJott) Fischer "Capriccios und Episoden": Bilder, Zeichnungen und Collagen zu sehen im Foyer des MPI am Fassberg. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Jetzt ist er zweimal in Göttingen zu sehen: Mit einer Vernissage ist am 9. Februar eine Ausstellung mit Bildern von Klaus-Jürgen Fischer im Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie eröffnet worden. Rund 100 Bilder können hier in Augenschein genommen werden. Eine weitere Ausstellung mit 50 Bildern läuft parallel noch im Krankenhaus „Neu-Bethlehem“. Die Addition der Bilderzahlen zeigt bereits: Klaus-Jürgen Fischer ist ein produktiver Mensch. Mehr noch: Er bedient sich einer Vielzahl von Techniken, um sich mit Hilfe der darstellenden Kunst auszudrücken. Die Ausstellung mit Gemälden, Zeichnungen und Collagen im Max-Planck-Institut trägt den Titel „Capriccios und Episoden“. Eine Einführung in das Werk des früheren Kunstlehrers und „wachsamen Zeitchronisten“ gab zur Vernissage die Kulturjournalistin Tina Fibiger.

Hier zeichnet der Provokateur

Als „Einfälle der subjektiven Fantasie“ betrachtet Fischer, der vielen Zeitgenossen auch unter dem Künstlernamen „KaJott“ bekannt ist, seine Sammlung von Capriccios. Mit dem Wort ist in der Malerei eine Folge von Bildern in einem kleinen Format gemeint, deren Inhalte nicht zwangsläufig aufeinander abgestimmt sein müssen. Fischers Bilder jedenfalls verweigern sich Gattungsgrenzen ebenso wie einer formalistischen Zuordnung: „Weil er in ihnen neben dem nachdenklichen Beobachter auch den Provokateur und den kreativen Ruhestörer zu Wort kommen lässt“, so formuliert es Tina Fibiger in ihrer Laudatio. Sie sieht den Betrachter der Bilder herausgefordert, Motive aus unterschiedlichen Perspektiven zu erkunden, auch im Hinblick auf widersprüchliche Argumente.

Cézannes schiefe Bilder

Eine historische Aufnahme vom Warschauer Ghetto, die der Künstler bearbeitet hat, stellt andere Fragen als ein Stillleben des französischen Malers Paul Cézanne (1839 - 1906), wenn KaJott den Bildelementen und dem, was sie offensichtlich verbergen, auf den Grund geht. Er fragt sich zum Beispiel, wie der Franzose die Gegenstände auf seinen Gemälden angeordnet hat, denn die sind versetzt, stehen zum Teil schief, ganz so, als wäre ein kleiner Gegenstand – eine Münze vielleicht, vielleicht ein Buch - darunter geschoben worden. Wiederum andere Fragen mutet Fischer den antiquierten Kunstdrucken aus DDR-Zeiten in seiner Bearbeitung und Überzeichnung zu.

Die schrägen Typen aus dem Internet

„Raumgreifende Einschübe“ nennt Fischer die Bildkompositionen, die in der Ausstellung eine Sammlung von „Episoden“ bilden. „Sie erzählen von Begegnungen mit Menschen, Reiseerlebnissen und Lebenskrisen, aber auch von geschichtsträchtigen Momenten, wie sie die Biografie des Künstlers prägten und ihn in der künstlerischen Auseinandersetzung immer wieder herausforderten“, weiß Fibiger. Fischer selbst spricht von Kriegserinnerungen als Flüchtlingskind oder der Wiederentdeckung von Lebensspuren seines Vaters in Italien, der dort als Soldat eingesetzt war.

Eher originell wird es, wenn er sich vorstellt, wie die Typen, die ihn und andere im Internet mit unseriösen Angeboten, dümmlichen Drohungen, Spams und weiterem Datenmüll bombardieren, wohl aussehen. Fischers bildhafte Umsetzungen zeigen Gesichter von eher einfältigem, irritiertem Ausdruck, die allenfalls das Mitleid des Betrachters erregen.

„Die Farben, das Papier oder auch die Druckplatte müssen sich einiges gefallen lassen“, bilanziert Fibiger. Malerische Fragmente, Farbskizzen, Reste von Karton, ein Schwamm und die Reste eines Zeichenblocks, aus denen der Künstler viele seiner Collagen komponiert hat, finden sich in den Bildern wieder.

Geöffnet bis 6. März

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 6. März im Foyer des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, Am Fassberg 11, Göttingen-Nikolausberg und zwar montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, an Wochenenden 10 bis 16 Uhr.

Von Ulrich Meinhard

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