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Regional Geschichten von „Kohlemeisen“ am Konzertflügel
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22:22 31.12.2018
Klaus Pawlowski und Pianist Gerrit Zitterbart mit ihrem Programm "Tea for two". Quelle: bib
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Göttingen

Göttingen. Mit Klassik und kabarettistischen Gedichten haben sich am Silvesterabend Göttinger im „Claviersalon“ am Stumpfebiel auf den Jahreswechsel eingestimmt. Gerrit Zitterbart am Klavier und Klaus Pawlowski mit satirischen Texten haben den ausverkauften Salon unterhalten.

Von Taschen und Katzenpfötchen

Über die Tiefen der Damenhandtasche, die Schwarzgeld-Drossel und die (un)verzichtbare Silbe „un“ reimte und erzählte Pawlowski. Zitterbart, virtuoser Pianist, griff die Themen auf und passend dazu in die Tasten. Dass sich die beiden Männer gut verstehen, blieb kein Geheimnis. Nur zu gern warfen sie sich die thematischen Bälle zu.

„Wir hatten die Idee dazu im September“, erzählt Pawlowski. Schon im Oktober folgte die erste Veranstaltung. „Das hat viel Spaß gemacht“, sagt er. Pawlowski trägt aus seinem Programm vor, das er beispielsweise, wie kürzlich erst, auch auf Kreuzfahrten dem Publikum präsentiert. Die passenden Stücke hat Zitterbart parat. Tea for two nennt sich das neue Format.

Klaus Pawlowski, im früheren Leben Hochschullehrer, stand nebenbei über 30 Jahre auf der Kabarett-Bühne. Er schreibt seit vielen Jahren satirische Texte für die Berliner Tageszeitung (taz) und versteht sich als Wortakrobat und Reimkünstler, der nicht nur die Politik, sondern auch unser alltägliches Leben auf humorvolle Weise betrachtet. Zitterbart ist Göttinger Musiker und wurde in Hannover, Salzburg, Freiburg und Bonn ausgebildet.

„Die Katzen trippeln über die Tastatur, sagt Zitterbart zu Beginn des Programms und schlägt die passenden Töne an. Der Musiker eröffnet mit einem Stück, Pawlowski kontert den beschwingten musikalischen Katzenpfötchen mit „Damenhändchen“ und einem Gedicht über den unendlichen Fundus in den Tiefen mancher Handtasche. Ob „Goethes Eckzahn, Blaubeerkuchen oder Grabbeigaben prähistorisch“, Pawlowski wähnt all das in deren unbekannten Tiefen.

Von Mozart bis Viagra

Auch Werbung im Internet, beispielsweise für Viagra, ist Pawlowski einen Vers wert. Mozart lautet Zitterbarts Antwort drauf. „Etwas ernstes“, sagt der Pianist und spielt etwas dann doch nicht ganz so ernstes, nämlich den Marsch für Maestro Contrapunto. „Viagra mit Augenzwinkern“, meinen die Künstler. Quasi, wie Pawlowskis E-Mails, als ein Abschied von der alten Welt.

Pawlowski hat den Weltuntergang mit „rülpsenden Vulkanen“ und „Taifunen vor Hawaii“ zum Thema. „Was bleibt“, fragt Zitterbart und antwortet mit Musik - die Vögel. Er lässt die Tasten zwitschern, tschilpen und zetern. Gerne nimmt Pawlowski das Thema auf und reimt auf Verscheiereulen, Klauerhahn und Kohlemeise. Nur der Spatz, “ so zart und klein, der muss wohl meine Rente sein“.

Pawlowski nimmt die Modewörter „zeitnah“ und „nachhaltig“ auf die Schippe und wird mit Chopins Trauermarsch belohnt. Der Melancholie danach trotzt der Satiriker wiederum mit der Geschichte über den Bundestagspolitiker, der zwei Jahre tot im Parlament sitzt. Beethoven folgt, in aberwitzig flotten Varianten. „Jetzt sind wir in der Hochkultur “, kommentiert der Dichter. Und auch den Verlockungen des Alltags kontert Pawlowski mit „Hochkultur“: Nordic Walking statt Mandelhörnchen? Oder lieber nach Shakespeare leben: „Lasst wohlbeleibte Männer um mich sein.“

Von Britta Bielefeld

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