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Regional „Kleinod mit sehr freundlichen Menschen“
Nachrichten Kultur Regional „Kleinod mit sehr freundlichen Menschen“
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19:24 23.09.2009
Unterwegs in deutschen Theatern: Esther Schweins (M.) und die Redakteurinnen Katharina Wenzel (links) und Bettina Kasten.
Unterwegs in deutschen Theatern: Esther Schweins (M.) und die Redakteurinnen Katharina Wenzel (links) und Bettina Kasten. Quelle: Hinzmann
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Bekannt geworden ist die Schauspielerin, Regisseurin und Moderatorin durch die erste Comedy-Sendung im Fernsehen, die Kultstatus erreichte: „RTL Samstag Nacht“. Das Publikum liebte sie dort vor allem wegen ihrer Optik und wegen ihrer obligatorischen Versprecher in einer satirischen Nachrichtensendung. Später drehte sie vor allem, führte Regie bei der deutschen Urfassung von „Caveman“ und leiht seit 2002 als Moderatorin für ZDF und 3sat den Magazinen „Theaterlandschaften“ und „Foyer“ ihr Gesicht. In Göttingen drehte sie die Anmoderationen für die 72. Folge der „Theaterlandschaften“ mit dem Schwerpunkt Deutsches Theater.

Schmerzhafte Überlastung

Schweins plagt ein Tennisarm. Allerdings nicht durch Sport verursacht: „Ich spiele nicht Tennis“, sagt die 39-Jährige kategorisch. Es handele sich um einen „Babyarm“. Links trage sie ihre Kinder, alles andere mache sie mit rechts. Überlastung also, „eine sehr schmerzhafte“, sagt sie gespielt jammernd und verzieht dabei etwas übertrieben das Gesicht. Schweins wird auch im weiteren Verlauf des Gesprächs hin und wieder auf ihr komödiantisches Talent setzen.
Göttingen beschreibt Schweins, die zum ersten Mal in der Stadt war, als „wunderhübsches Kleinod mit sehr freundlichen Menschen, die ihre Stadt als größer empfinden als sie wirklich ist“. Mehrfach seien ihr Wege so ausführlich beschrieben worden, als müsse man sich eigentlich ein Taxi nehmen. Dabei hätten die Ziele schließlich ganz in der Nähe gelegen. Überrascht war Schweins von der Vielzahl der regelmäßigen Theatergänger im DT: „Selten gibt es ein Haus, das so getragen wird von Abonnenten.“

Bedeutung nach dem Krieg

Fundierter äußern sich Katharina Wenzel und Bettina Kasten, Redakteurinnen der Sendung. Als Besonderheit stellten sie die Bedeutung des DT nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Leitung von Heinz Hilpert heraus. Er habe hervorragende Schauspieler nach Göttingen gezogen, international für Furore gesorgt und als erster das Theater als GmbH installiert – „wegweisend für Deutschland“, meint Kasten. Hilperts Nachfolger Günther Fleckenstein habe das Theater durch Erstaufführungen von Hochhuth-Stücken ins Gespräch gebracht. Und heute? „Das DT und Intendant Mark Zurmühle genießen nach wie vor große Anerkennung.“
Schweins wird nur bis Mitte der kommenden Woche bei ihrem Ehemann, einem „mallorquinischen Bauern und Pferdewirt“, erklärt sie, auf Mallorca bleiben. Dann starten für sie Dreharbeiten mit Marco Rima für den Film „Liebling, lass uns scheiden“. Gedreht wird im Oktober, November, teils auch im Dezember. Diesmal sind dann ihrer Kinder dabei, verrät Schweins.

Theaterlandschaften in Deutschland

Der Bühnenverein verzeichnet in Deutschland 150 öffentlich getragene Theater und 280 Häuser unter privater Leitung. Dass das Deutsche Theater Göttingen erst an 72. Stelle in der Fernsehreihe „Theaterlandschaften“ vorgestellt wird, führt ZDF-Redakteurin Bettina Kasten auf geographische Gründe zurück: „Wir machen kein Ranking.“ Ziel der Reihe sei es, so Kasten, den Einfluss des Theaters auf die Stadt und der Stadt auf das Theater zu dokumentieren. Dabei beschäftigen sich die zuständigen Redakteure mit der Geschichte der Spielstätten und der Städte. Gesendet werden soll der Beitrag über das Deutsche Theater Göttingen im Frühjahr 2010.

Von Peter Krüger-Lenz

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