Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Komiker Otto Waalkes in der Göttinger Lokhalle: „Geboren um zu blödeln“
Nachrichten Kultur Regional Komiker Otto Waalkes in der Göttinger Lokhalle: „Geboren um zu blödeln“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:17 29.09.2013
Kurz vor dem Abheben: Otto Waalkes in der Göttinger Lokhalle. Quelle: Pförtner
Anzeige
Göttingen

So ist das, wenn man seit rund vier Jahrzehnten die Nation zum Lachen bringt, als Komiker, Musiker, Synchronsprecher, Zeichner und Regisseur.

Otto ist ein Multitalent, und der Titel seines neuen Programmes beschreibt  seinen künstlerischen Lebenszweck treffend: „Geboren um zu blödeln“. Auch mit 65 Jahren blödelt es sich noch ganz gut, aber man müsse im Alter auf sich achten, so Otto.

Anzeige

Deshalb trinke er nur noch an Wochentagen, die mit g enden, und mittwochs. In rund zwei Stunden tobt er sich in diversen Rollen in und um sein „Otto Huus“ und den Pilsumer Leuchtturm aus und beweist: Otto ist was für die ganze Familie.

„Dänen lügen nicht“

Die Kinder lieben vor allem Sid aus „Ice Age“ – dem Otto seine Stimme gab – und den „Otto-Gangnam Style“, überhören hoffentlich alles Zweideutige und freuen sich über die Ottifantenkanone, die Ottos kleine Freunde in die Menge schießt.

Die Erwachsenen amüsieren sich immer noch über die Otto-Klassiker „Dänen lügen nicht“ und Ottos Wortspiele und Pseudoübersetzungen à la „please show your kit-kat-side“.

Nicht ganz so lustig ergeht es den Zuschauern in den ersten Reihen: Reichlich Flüssigkeiten bekommen sie nicht nur in Ottos Kochshoweinlage – „Pom­mes de Bordell“ steht auf dem Speiseplan – ab, sondern auch Kohl, den der Komiker großzügig und weitläufig zermetzelt.

Blödel-Potpourri

Aber man nimmt dem uneitlen Ostfriesen mit dem großartigen Mienenspiel, das er bei seiner Interpretation von „Mein kleiner grüner Kaktus“ wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis stellt, eben nichts übel.

Da darf auch der ein oder andere Witz im ostfriesischen Schlick feststecken bleiben. Sein Humor ist eben platt wie sein Heimatland und seine Frisur. Und urplötzlich wird man dann wieder durch einen schnellen Rollenwechsel oder den sprichwörtlichen „Schuss Curry“ wachgerüttelt.

Erst nach mehreren Zugaben endet das Blödel-Potpourri, und die große Schar der Autogramm­jäger harrt noch lange vor der Bühne aus, mit Erfolg.

Von Marie Varela